Kirche Bischof Bode warnt vor Etablierung von Sterbehilfe-Angeboten

Von dpa

Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode spricht bei einem Interview.Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode spricht bei einem Interview.
Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Osnabrück. Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode hat die ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber der Sterbehilfe bekräftigt.

Mit der Etablierung von Angeboten der Beihilfe zum Suizid würde Selbsttötung zu einer planbaren Größe gemacht, warnte er in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Das mögen zu Beginn extreme, außergewöhnliche Fälle sein, es wird dann aber immer gewöhnlicher.“ Nach Auffassung der katholischen Kirche solle ein Menschen an der Hand des anderen sterben, aber nicht durch dessen Hand. Die moralische Bewertung sei eine andere Frage.

Patienten dürften nach Worten Bodes erst gar nicht in eine absolute Aussichtslosigkeit kommen. Dazu brauche es die Palliativmedizin. „Es wäre ein Armutszeugnis für diese Gesellschaft, wenn sie Menschen an ihrem Lebensende nicht begleiten kann.“ Bode verwies darauf, dass das Leben mit aller Verantwortung von Gott geschenkt sei. „Ich bin der Meinung, dass die Freiheit, die Gott uns mitgegeben hat, nicht so weit geht, dass sie auch die Verfügbarkeit über das Leben enthält. So ist es am Anfang, und so ist es am Ende des Lebens.“

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar entschieden, dass das 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gegen das Grundgesetz verstößt. Das Urteil wurde mit dem Recht auf selbstbestimmtes Sterben begründet, was die Freiheit einschließe, sich das Leben zu nehmen und dabei Angebote von Dritten in Anspruch zu nehmen. Die evangelische und die katholische Kirche hatten das Urteil kritisiert.


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