Freizeit Gemischte Gefühle bei Freibädern wegen Corona-Saison

Von dpa

Eine Schwimmerin zieht im 50-Meter-Becken ihre Bahnen.Eine Schwimmerin zieht im 50-Meter-Becken ihre Bahnen.
Swen Pförtner/dpa/Archivbild

Hannover. Zum Ende der Freibadsaison haben die Schwimmbäder in Niedersachsen eine durchwachsene Bilanz gezogen.

Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter mehreren Städten und Freibädern hervor. Zwar hätten nahezu alle Bäder deutlich bei den Badegastzahlen verloren. In einem Fall gab es dennoch Grund zur Freude.

OSNABRÜCK: Im Moskaubad Osnabrück sind die Besucherzahlen deutlich eingebrochen. Kamen im vergangenen Jahr noch rund 5000 Besucher an vier Tagen, sei das Bad in diesem Jahr nur zwei Mal mit 1400 Gästen voll ausgelastet gewesen. „Diese Freibadsaison werden wir wohl nicht so schnell vergessen“, sagte die Leiterin des Moskaubades, Sonja Koslowski. Wegen der Corona-Verordnung des Landes musste die Zahl der Gäste begrenzt werden. Wie bei vielen anderen Freibädern in Niedersachsen mussten sich Besucher vorher online anmelden. Ein spontaner Besuch war nicht möglich.

OLDENBURG: Nach Ansicht des Badebetriebsmanagers Denis Minich ist das Interesse der Badegäste an einem Besuch der Freibäder in Oldenburg deutlich höher als die zugelassene Besucherzahl. „Die Besucherzahlen vom letzten Jahr hätten wir tatsächlich erreichen können“, sagte er. Ängste vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus habe er nicht verzeichnet.

WOLFSBURG: Ganz anderes Bild in Wolfsburg: Für manche Gäste sei der Coronavirus sehr wohl ein Grund, um auf einen Besuch im Freibad zu verzichten. „Im Vergleich zu den Vorjahren fehlen natürlich Besucher, gerade ältere Schwimmer als Angehörige der Corona-Risikogruppe“, sagte ein Sprecher der Stadt Wolfsburg. Statt wie geplant soll das Freibad Fallersleben über den 30. August hinaus geöffnet bleiben. „Gerade angesichts der sonstigen coronabedingten Beschränkungen im Freizeitangebot ist es uns wichtig, dass auch im September noch viele Familien und Schwimmsporttreibende das Freibad nutzen können“, sagte Sportdezernentin Monika Müller (SPD).

GÖTTINGEN: In Göttingen sehen die Zahlen düster aus. Waren es im vergangenen Jahr noch rund 215 100 Besucher, fehlte fast die Hälfte der Besucher in dieser Saison. Dennoch fällt das Resümee von Andreas Gruber, Chef des Göttinger Unternehmens Sport und Freizeit, positiv aus: „Wenn es nach der Kundenzufriedenheit geht, war das die beste Saison“, sagte er. Viele seien sehr dankbar gewesen, trotz der aktuellen Situation schwimmen gehen zu dürfen.

HANNOVER: Das Annabad in Hannover Kleefeld komme noch so über die Runden, teilte Sprecher Florian Lange mit. Im Vergleich zu 2019 sei mehr als die Hälfte der Besucher weggebrochen. Etwa 182 000 Besucher hatten im vergangenen Jahr das Freibad in Hannover besucht. In der Corona-Saison waren es etwa 90 000 bis 100 000. Insgesamt hätten die Gäste aber die Einschränkungen akzeptiert. Vergessen wurden die Corona-Regeln manchmal schon. „Wenn der eine oder andere in der Badespaßlaune ist, musste der Bademeister mal erinnern“, sagte Lange.


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