Medizin Streit um Entschädigung nach Organspendeskandal geht weiter

Von dpa

Das Landgericht in Braunschweig.Das Landgericht in Braunschweig.
picture alliance / dpa/Archivbild

Braunschweig. Nach einem Freispruch eines Arztes im Göttinger Transplantationsskandal geht der Streit mit dem Land Niedersachsen um eine Millionen-Entschädigung weiter.

Die Berufungsverhandlung in dem Schadenersatzprozess findet am 5. Oktober statt, wie eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Braunschweig am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Der ursprünglich für April geplante Termin war wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. (Az.: 11 U 149/19)

Der Chirurg war 2015 in einem bundesweit aufsehenerregenden Prozess vom Landgericht Göttingen vom Vorwurf des elffachen versuchten Totschlags und der dreifachen Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen worden. Danach forderte er Schadenersatz, weil er wegen der knapp einjährigen Untersuchungshaft eine Stelle in Jordanien mit einem Gehalt von 50 000 Dollar pro Monat verpasst habe.

Das Landgericht Braunschweig entschied 2019, dass Niedersachsen dem Mediziner rund 1,1 Millionen Euro zahlen soll. Dagegen wehrt sich das Land. Der Organspendeskandal hatte 2012 weitreichende Folgen. An mehreren deutschen Kliniken wurden Manipulationen aufgedeckt, wodurch das Vertrauen in die Transplantationsmedizin nachhaltig erschüttert wurde.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN