Kindergärten Herausforderung Hygiene: Kitas kehren zu Regelbetrieb zurück

Von dpa

Ein Junge spielt in einer Kita mit Bauklötzen und einem Spielzeugauto.Ein Junge spielt in einer Kita mit Bauklötzen und einem Spielzeugauto.
Bernd Thissen/dpa/Symbolbild

Hannover. Erst waren die Kindergärten ganz zu, Mädchen und Jungen saßen zu Hause und vermissten ihre Erzieherinnen. Dann durften sie wieder in die Kita, aber nicht mit Kindern aus anderen Gruppen spielen. Wie sieht die neue Normalität aus?

Die Gruppen dürfen sich wieder mischen, auch Früh- und Spätbetreuung ist erlaubt: Der Alltag in den Krippen und Kindergärten in Niedersachsen nähert sich seit diesem Montag der Zeit vor der Corona-Pandemie an. Nach Angaben von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) gibt es aber weiterhin einige coronabedingte Einschränkungen - etwa den Rat an die Eltern, die Kita möglichst nicht zu betreten. Mit dem weitgehenden Regelbetrieb wird dem Minister zufolge eine bestmögliche Betreuungssituation geschaffen. Für den Fall eines erneuten Anstiegs der Infektionszahlen hat Niedersachsen allerdings mehrere Szenarien mit neuerlichen Einschränkungen und einer Notbetreuung vorbereitet.

Auf seiner Internetseite beantwortet das Kultusministerium zahlreiche Fragen zum Betrieb in den Kitas. Unter anderem heißt es, dass bei einem banalen Infekt wie Schnupfen oder leichter Husten die Einrichtungen besucht werden dürfen. Bei Infekten mit einem „ausgeprägten Krankheitswert“ müsse dagegen die Genesung abgewartet werden. Wenn Kinder Fieber ab 38,5 Grad Celsius hätten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der über einen Corona-Test entscheide.

Die Gewerkschaft Verdi forderte freiwillige Corona-Tests für das Kita-Personal. „Es ist in der Krise deutlich geworden, wie wichtig Kindertageseinrichtungen sind“, sagte Gewerkschaftssekretärin Katja Wingelewski der dpa. Die Kitas hätten während der coronabedingten Schließungen mit viel Engagement und Kreativität Kontakt zu Eltern und Kindern gehalten, dies könne aber die Bildungsarbeit in den Einrichtungen nicht ersetzen.

Notwendig sei ein besserer Fachkräfte-Schlüssel, forderte Wingelewski. Zudem müsse das Land mehr in Ausbildung investieren. Befristet dürfen die Kindergärten bis zu den Herbstferien laut Ministerium fachfremdes Personal einstellen, wenn Erzieherinnen oder Erzieher coronabedingt ausfallen. Diese Übergangslösung hatte Verdi bereits kritisiert.

Die Erzieherinnen und Erzieher müssen die Rahmen-Hygienepläne in den Kitas umsetzen. „Das ist eine echte Herausforderung“, sagte Wingelewski. Von den kleinen Kindern könne man nicht erwarten, Abstandsregeln einzuhalten. Räume müssen immer wieder desinfiziert beziehungsweise gelüftet werden. „Im Zweifel fehlt deshalb Zeit für die pädagogische Arbeit und die Bildungsarbeit“, sagte die Gewerkschaftssekretärin.

Weil die Pflicht zu festen Gruppen aufgehoben worden ist, kann seit dem 1. August zum Beispiel auch wieder eine gruppenübergreifende Sprachförderung angeboten werden. Die Neuaufnahme von Kindern ist ebenfalls wieder möglich.


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