Polizei Polizeichef geht nach fünf Jahren in Social-Media-Ruhestand

Von dpa

Der Facebook-Account von Johannes Lind, Polizeidirektor der Polizeiinspektion Leer/ Emden.Der Facebook-Account von Johannes Lind, Polizeidirektor der Polizeiinspektion Leer/ Emden.
Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Archivbild

Leer (Ostfriesland). Er warnte die Bevölkerung mit Videos und bekam Hinweise zu Verbrechen via Facebook - jahrelang pflegte Polizeichef Johannes Lind persönliche Konten auf Twitter, Facebook und Instagram. Nun hört der 61-Jährige auf.

Ein Vorreiter in Sachen persönliche Polizei-Posts zieht sich nach rund fünf Jahren aus den sozialen Medien zurück: Der Leiter der Inspektion Leer/Emden, Johannes Lind, will am Freitag seine Accounts auf Twitter, Facebook und Instagram stilllegen.

Es sei ein Schritt Richtung Ruhestand im nächsten Jahr, erklärte der 61-Jährige. 90 Prozent der Social-Media-Arbeit bewältigte er demnach in der Freizeit, auch im Urlaub war nicht Schluss - „man ist sich ja nicht sicher, ob nicht doch etwas ganz Relevantes gepostet wird“. Obwohl dafür eigentlich der Notruf 110 vorgesehen ist, erreichten Lind über Facebook auch Hilfegesuche und Hinweise auf Verbrechen.

Dieses sogenannte digitale Community Policing wird von Niedersachsens Innenministerium gefördert. Denn durch den direkten Kontakt zur Bevölkerung erhielten Beamte wertvolle Tipps und könnten die Menschen wiederum informieren, heißt es.

Lind gilt als Deutschlands erster Polizist mit persönlichen Social-Media-Profilen - er veröffentlichte nach eigenen Schätzungen am Tag rund zehn Posts und Tweets und gewann auf Facebook mehr als 7000 Fans.

Mittlerweile sind in Niedersachsen nach Angaben des Innenministeriums 21 digitale Community Officer aktiv. In Deutschland gibt es - neben zahlreichen Social-Media-Auftritten der Polizeibehörden - sonst nur in Rheinland-Pfalz einen personalisierten Instagram-Account eines Polizisten.


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