Arbeitsmarkt Arbeitslosigkeit nimmt im Juli zu

Von dpa

Der Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ ist am Gebäude der Bundesagentur für Arbeit angebracht.Der Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ ist am Gebäude der Bundesagentur für Arbeit angebracht.
Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Hannover. Der Arbeitsmarkt im Norden kämpft weiter mit den Folgen der Corona-Krise. Die saisonale Flaute kommt noch obendrauf. Doch es gibt einzelne Anzeichen für Entspannung.

Neben Corona hat im Juli auch die jährliche Sommerpause die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen und Bremen steigen lassen. In der von der Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise wurde auch weiter Kurzarbeit angezeigt, wie die Arbeitsagentur am Donnerstag in Hannover mitteilte. Doch der Anstieg war nicht mehr so steil wie in den ersten Krisenmonaten. Als kleines Zeichen der Entspannung auf dem Arbeitsmarkt wuchs die Nachfrage nach Arbeitskräften.

In Niedersachsen waren im Juli 269 580 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 1,8 Prozent mehr als im Juni und 21,2 Prozent mehr als vor einem Jahr, als das Corona-Virus noch nicht grassierte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent.

Ein Teil des Anstiegs ist nach Agenturangaben saisonbedingt. „Zum Ende des Schul- und Ausbildungsjahres suchen viele junge Menschen Ausbildung oder Arbeit“, sagte Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Den Angaben nach gab es im Juli noch 20 670 angebotene Lehrstellen bei nur 15 720 Bewerberinnen und Bewerbern, die suchten.

„Erfreulich ist, dass die Bereitschaft von Unternehmen, neues Personal einzustellen, nach dem corona-bedingten Einbruch allmählich wieder zulegt“, sagte Pfeiffer. Im Juli wurden in Niedersachsen 13 940 freie Stellen neu gemeldet. Das war gut ein Fünftel mehr als im Juni. Im Jahresvergleich waren es aber ein Fünftel weniger Stellen als im Juli 2019.

Weitere 949 niedersächsische Betriebe zeigten im Juli für 14 511 Beschäftigte Kurzarbeit an. Damit stieg die Zahl seit Beginn der Pandemie im März auf 80 984 Betriebe, die Kurzarbeit für 1,147 Millionen Beschäftigte angezeigt haben. Wie viel Kurzarbeit am Ende tatsächlich stattfinde und abgerechnet werde, lasse sich aber erst nach mehreren Monaten ermitteln, erläuterte die Arbeitsagentur.

Im Bundesland Bremen steig die Zahl der Arbeitslosen auf 43 212 Personen - das sind 1,4 Prozent mehr als im Juni und 17,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Quote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent. Am härtesten von Arbeitslosigkeit betroffen war die Seestadt Bremerhaven mit einer Quote von 14,6 Prozent. 67 Betriebe im Bundesland zeigten im Juli für 1 135 Beschäftigte Kurzarbeit an. Insgesamt waren es seit März 7100 Betriebe für bis zu 150 760 Beschäftigte.


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