Schifffahrt Tag der Seenotretter: Schiffe fuhren auch Corona-Einsätze

Von dpa

Der Seenotrettungskreuzer „Neuharlingersiel“ der DGzRS liegt im Hafen an einem Anleger.Der Seenotrettungskreuzer „Neuharlingersiel“ der DGzRS liegt im Hafen an einem Anleger.
Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Bremen. Die deutschen Seenotretter an Nord- und Ostsee haben in diesem Frühjahr auch einige Corona-Einsätze gefahren.

In mehreren Fällen wurden Laborproben von den Inseln ans Festland gebracht, sagte ein Sprecher der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen. Auch seien Personen mit dem Verdacht auf eine Infektion transportiert worden. „Unsere Rettungseinheiten sind standardmäßig mit Schutzausrüstung ausgestattet“, so Sprecher Christian Stiepeldey.

Der traditionelle Tag der Seenotretter am Sonntag musste wegen der Corona-Pandemie erstmals virtuell stattfinden. Sonst können am letzten Juli-Wochenende die 60 Rettungskreuzer und -Boote an den Küsten besucht werden. Diesmal gab es Videobotschaften von den einzelnen Rettungsstationen wie Horumersiel oder Zinnowitz sowie virtuelle Rundgänge über die Schiffe.

Die Seenotrettung ist in Deutschland als Sonderfall nicht staatlich organisiert. Sie liegt in Händen der DGzRS, eines 1865 gegründeten Vereins, der sich ausschließlich über Spenden finanziert. 2019 waren es 55 Millionen Euro. In diesem Jahr unter Corona-Bedingungen werde man erst am Ende sehen, wo man stehe, sagte Stiepeldey. Traditionell seien November und Dezember die Monate mit dem höchsten Aufkommen.

2019 fuhren die Seenotretter 2140 Einsätze und bargen 351 Menschen aus Gefahr. Für die ersten Monate 2020 gibt es noch keine Einsatzzahlen. Wegen Corona habe allerdings die Wassersportsaison später begonnen als üblich, sagte der Sprecher.


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