Arbeitsmarkt Corona treibt Kurzarbeit auf Rekordstand: Mehr Arbeitslose

Von dpa

Personen gehen vor dem Schild der Arbeitsagentur vorbei. Foto: Patrick Seeger/dpaPersonen gehen vor dem Schild der Arbeitsagentur vorbei. Foto: Patrick Seeger/dpa
Patrick Seeger/dpa/Archivbild

Hannover. Die wirtschaftlichen Folgen der Viruskrise sind drastisch - das zeigt sich auch im Nordwesten. Die Kurzarbeit klettert auf Höchstwerte, die übliche Frühjahrsbelebung bleibt aus. Es drohen viele Entlassungen.

Die Corona-Krise hat die Kurzarbeit in Niedersachsen auf einen neuen Höchststand getrieben. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Hannover mitteilte, zeigten die Unternehmen im März und April für bis zu eine Million Beschäftigte eine Verringerung der regulären Arbeitszeit an - zehn Mal häufiger als in der Finanzkrise 2009/2010. Die Zahl der Arbeitslosen nahm zwischen März und April um rund zwölf Prozent auf fast 247 000 zu. Im Land Bremen gerieten bis zu 125 000 Menschen durch die Auswirkungen der Pandemie in Kurzarbeit, die Zahl der Arbeitslosen stieg um gut ein Zehntel.

Der übliche Aufwärtstrend auf dem Arbeitsmarkt in den Frühlingsmonaten fiel diesmal aus. „Statt der sonst üblichen Frühjahrsbelebung mit einem Rückgang um sechs- bis achttausend Personen haben die Corona-Folgen einen Anstieg um mehr als 26 000 ausgelöst“, erklärte BA-Regionalchefin Bärbel Höltzen-Schoh für das Land Niedersachsen mit Blick auf die Zahl der Arbeitslosen. „Die Wirtschaft ist stark gedrosselt und in einigen Branchen quasi zum Erliegen gekommen.“ Landesweit hätten 69 000 Betriebe Kurzarbeit für Teile ihrer Belegschaften angemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,6 Punkte auf 5,7 Prozent.

In Bremen wurden im Vergleich zum März zuletzt knapp 3800 mehr Menschen ohne Job gemeldet, die Gesamtzahl lag bei fast 40 000. Die Quote nahm im kleinsten Bundesland von 10,0 auf 11,0 Prozent zu.


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