Krankheiten Erstes Erleichterung: Neuinfektionen rückläufig

Von dpa

Ein Wattestäbchen eines Corona Abstriches wird in einem Labor bearbeitet. Foto: Oliver Berg/dpa/ArchivbildEin Wattestäbchen eines Corona Abstriches wird in einem Labor bearbeitet. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild
Oliver Berg/dpa/Archivbild

Hannover. Die Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen steigt deutlich langsamer, in den Kliniken stehen viele Betten für Betroffene frei. Für den Krisenstab der Landesregierung ist dies ein Zeichen der Entspannung.

Bei der Corona-Epidemie gibt es in Niedersachsen angesichts einer sinkenden Zahl von Neuinfektionen und viel freier Klinikkapazitäten erste Anzeichen der Entspannung. „Unser Gesundheitssystem kommt im Moment gut mit der Krankheit klar“, sagte die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Montag in Hannover.

Weiter zu schaffen macht das Coronavirus aber den Altenpflegeeinrichtungen, noch immer wächst die Zahl betroffener Heime. Von den inzwischen 398 Todesopfern lebten 163 in einer Pflegeeinrichtung, wie Schröder sagte. Mit vielfältigen Anstrengungen werde versucht, weitere Infektionen in Heimen zu vermeiden.

Die Zahl bestätigter Infektionen stieg erneut langsamer. Bis Montag wurden 9959 Fälle gezählt, 50 mehr als am Vortag. Am Sonntag war die Zahl der Menschen mit bestätigter Infektion noch um 60 gestiegen. 839 Infizierte werden derzeit in Kliniken behandelt, 187 von ihnen intensivmedizinisch. 124 Patienten werden künstlich beatmet.

7085 Corona-Infizierte in Niedersachsen gelten inzwischen als genesen. Über die belegten Betten hinaus stehen derzeit 752 belegbare Intensivbetten bereit, die für weitere Covid-19-Patienten mit einem schweren Krankheitsverlauf freigehalten werden.

Da die Zahl der Corona-Patienten nicht so stark angestiegen ist wie befürchtet, können die Kliniken auch aufgeschobene Operationen wieder aufnehmen. Schröder sagte, dies geschehe in Abstimmung mit der Krankenhausgesellschaft. Wegen dieser Operationen befänden viele Patienten sich in einer schwierigen Situation, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. „Wir arbeiten deshalb sehr intensiv an einem Konzept, mit dem wir den Krankenhäusern die Möglichkeit geben wollen, wieder derartige Operationen durchführen zu können.“

Ein bestimmtes Kontingent an Intensivbetten müsse aber weiter freigehalten werden, falls sich die Corona-Epidemie wieder verschlimmere, so der Sprecher. 551 zusätzliche Intensivbetten wurden geschaffen. Eine weitere Erhöhung sei nicht geplant, da die Kapazität derzeit nur zu 25 Prozent ausgelastet sei.

Zum größeren Teil ungenutzt blieben bislang auch die zusätzlichen Bettenkapazitäten, die mit dem Freiräumen von Reha-Kliniken für gewöhnliche, nicht vom Coronavirus betroffene Patienten geschaffen wurden. Wenn jetzt aufgeschobene Operationen etwa an Kniegelenken und Hüften wieder vorgenommen werden, wachse der Bedarf an Betten in den Reha-Kliniken wieder, so das Gesundheitsministerium. Auch das auf dem Messegelände in Hannover eingerichtete Behelfskrankenhaus musste bislang nicht in Betrieb genommen werden. An weitere Behelfskliniken werde deshalb nicht mehr gedacht.

Unterdessen startete am Montag in Niedersachsen landesweit die Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Vielerorts wurde von einem reibungslosen Beginn berichtet, die allermeisten Menschen hatten sich auf die neue Regelung eingestellt. Menschen, die keine Masken tragen, sollen zunächst noch auf die Pflicht hingewiesen und ermahnt werden, ohne ein Bußgeld zahlen zu müssen. Ab 4. Mai können Bußgelder verhängt werden. Wie hoch diese sein sollen, konnte der Krisenstab der Landesregierung noch nicht sagen.

Am Montag konnten zunächst die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 13 wieder in die Schulen zurückkehren. Höchstens 16 Schülerinnen und Schüler dürfen sich in einem Klassenzimmer aufhalten. Im Unterricht müssen keine Masken getragen werden. In den Schulbussen gilt hingegen die Pflicht zum Tragen einer Alltagsmaske.


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