Kriminalität Verdächtiger gesteht tödliche Attacke auf 15-Jährigen

Von dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpaEine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa
David-Wolfgang Ebener/dpa

Celle. Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen 15-Jährigen in Celle hat der mutmaßliche Täter die Tat gestanden.

Der 29-Jährige habe ausgesagt, nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes Ende Dezember vermehrt Drogen genommen zu haben, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen am Freitag. Der Mann habe sich verfolgt gefühlt, daher habe er ein Messer dabei gehabt, als er den Jugendlichen traf. Er habe einen Schub bekommen und zugestochen. Per Bluttest soll festgestellt werden, ob der 29-Jährige zur Tatzeit unter Drogen stand. Zuvor hatten das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und der NDR berichtet.

Aufgrund eines vorläufigen psychiatrischen Gutachtens wurde der Mann am Freitag in eine psychiatrische Klinik gebracht. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden „Spiegel“-Bericht. Der Haftbefehl sei in einen vorläufigen Unterbringungsbefehl umgewandelt worden, so die Sprecherin.

Am Abend des 7. April war der 15-Jährige mit dem Rad auf der Bahnhofstraße in Celle gefahren. Zeugen zufolge hatte sich der 29-Jährige in einem Hauseingang aufgehalten und den Jugendlichen plötzlich angegriffen. Der Junge war mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben. Das Opfer ist ein jesidischer Kurde, der mit seiner Familie 2014 aus dem Nordirak nach Celle geflüchtet war.

Der 29-jährige Deutsche habe das Opfer nicht gekannt. Ein ausländerfeindliches oder rechtsextremes Motiv bestreite er, sagte Janßen. Demnach habe er keine „rechten Gedanken“. Er sei aber nach eigener Einschätzung ein sogenannter Internet-Troll, der provozieren und die Reaktionen sehen wolle. Neben dem Umfeld des Mannes würden die Aktivitäten des mutmaßlichen Täters im Internet untersucht. Es gehe vor allem um seine Social-Media-Accounts.

Mehrere Gruppierungen, darunter jesidische Vereine, hatten der Staatsanwaltschaft zuvor vorgeworfen, einem möglichen rassistischen Motiv nicht ausreichend nachgegangen zu sein.


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