Landtag Politik will Bauern vor Härten bei Düngekompromiss schützen

Von dpa

Barbara Otte-Kinast (CDU), Landwirtschaftsministerin Niedersachsen, spricht. Foto: Julian Stratenschulte/dpaBarbara Otte-Kinast (CDU), Landwirtschaftsministerin Niedersachsen, spricht. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) sieht gute Chancen, dass die zwischen Deutschland und der EU vereinbarten strengeren Düngeregeln die Bauern in Niedersachsen nicht härter als nötig treffen.

Der Kompromiss, über den der Bundesrat am 3. April abstimmt, lasse Spielraum für eine zielgenauere Anwendung der Einschränkungen für Landwirte, als dies bisher der Fall war, sagte Otte-Kinast am Mittwoch im Landtag in Hannover. Der Entwurf der neuen Düngeregeln komme der niedersächsischen Forderung entgegen, bei der Ausweisung roter Gebiete mit Beschränkungen stärker auf den Verursacher zu gucken, sagte die Ministerin.

Niedersachsen hatte sich gegen pauschale Beschränkungen für alle Landwirte in großflächigen Gebieten mit mangelhafter Grundwasserqualität gewandt und stattdessen verlangt, dass die Landwirte zur Verantwortung gezogen werden, die mit einer erhöhten Düngung die Grundwasserprobleme verursachen. „Hierfür werden wir uns im Laufe der kommenden Wochen bis zur Bundesratssitzung am 3. April besonders einsetzen“, sagte Otte-Kinast. Wie Niedersachsen im Bundesrat abstimmt, ist noch nicht entschieden.

Der Dünge-Streit zwischen Deutschland und der EU dreht sich um den Schutz des Wassers vor zu viel Nitrat, das vor allem in Agrargebieten das Grundwasser belastet. Obwohl das Problem lange bekannt ist, brachten die Bauern allein in Niedersachsen zuletzt binnen eines Jahres rund 50 000 Tonnen Stickstoff mehr aus als die Pflanzen zur Düngung gebraucht hätten.


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