Ungemütliches Wetter Hochwasser und Glättegefahr in Niedersachsen

Von dpa

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Philipp Schulze

Hannover. Mehrere Gewässer in Niedersachsen sind über die Ufer getreten. An den Unterläufen einiger Flüsse könnten die Wasserstände noch etwas steigen. Das Wetter bleibt ungemütlich, es besteht in manchen Orten Glättegefahr.

Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage gibt es in einigen Gebieten in Niedersachsen Hochwasser. «An den Unterläufen insbesondere von Aller und Leine rechnen wir noch mit steigenden Wasserständen», sagte der Sprecher des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Achim Stolz, am Dienstag. «Die Hochwasserwelle muss erst mal durch die Flüsse durch.» An den meisten Oberläufen registrierte die Behörde stagnierende oder fallende Pegelstände. 

Die höchste Meldestufe für das Binnenland wurde für die Leine beim Pegel Herrenhausen gemeldet. Dort wurde am Dienstagvormittag ein Wasserstand von 483 Zentimetern gemeldet. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 2006 bis 2015 lag der niedrigste Wasserstand bei 60 Zentimetern, der mittlere bei 170 Zentimetern und der höchste bei 569 Zentimetern.

Hochwasser ist dem NLWKN zufolge in dieser Jahreszeit nicht unüblich. Die derzeitige Lage sei nicht dramatisch, so Stolz. Da in den kommenden Tagen keine gravierenden Niederschläge zu erwarten seien, werde sich die Lage aller Voraussicht nach bald einpendeln.

Sturm und Gewitter

Um den Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Oker - einem Nebenfluss der Aller - und der Innerste - einem Nebenfluss der Leine - zu verbessern, stellt das Land Niedersachsen fünf Millionen Euro bereit. «Wir setzen als Land ein deutliches Zeichen in dem Gebiet, das 2017 schwer vom Hochwasser getroffen wurde», sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) bei der Vertragsunterzeichnung am Dienstag. Mit dem Geld sollen unter anderem Hochwasserrückhaltebecken gebaut werden. «Das Sondervermögen ist und kann nur der Anfang sein», so Lies. «Hochwasserschutz braucht einen langen Atem.»

Für Dienstag hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) ungemütliches Wetter für Niedersachsen und Bremen vorhergesagt. Tagsüber werde es stürmisch, vereinzelt drohten Gewitter, hieß es. Die Region liege im Einflussbereich eines Sturmtiefs, das von der Nordsee nach Südschweden ziehe. Wegen des stürmischen Wetters wurden die Fahrten der Fähre zwischen Cuxhaven und Helgoland für Dienstag abgesagt, wie die Reederei auf ihrer Internetseite mitteilte.

Im Norden und im Oberharz mussten die Menschen mit Sturmböen rechnen, Windgeschwindigkeiten um die 80 Stundenkilometer waren wahrscheinlich. An der Küste und teilweise auch weiter im Inland rechnete der Wetterdienst mit schweren Sturmböen um 95 Kilometer pro Stunde. In der Nacht auf Mittwoch sollte der Wind dem DWD zufolge nachlassen, allerdings müssen sich die Menschen mancherorts auf Glätte einstellen.


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