Wetter Sturmtief wütet im Harz: Schmalspurbahnen rollen wieder

Von dpa

Schwere Räumtechnik zur Freihaltung der Strecke der Harzer Schmalspurbahnen zum Brocken. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/ArchivbildSchwere Räumtechnik zur Freihaltung der Strecke der Harzer Schmalspurbahnen zum Brocken. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Wernigerode. Sturmtief „Victoria“ hat vor allem im Harz gewütet. Die Harzer Schmalspurbahnen nehmen nach einem Zwangsstopp wieder Fahrt auf. Die Umweltministerin macht sich derweil selbst ein Bild von den Schäden.

Sturmtief „Victoria“ hat vor allem im Harz gewütet. Die Harzer Schmalspurbahnen nehmen nach einem Zwangsstopp wieder Fahrt auf. Die Umweltministerin macht sich derweil selbst ein Bild von den Schäden.

Erst „Sabine“, nun „Victoria“: Zwei aufeinanderfolgende Sturmtiefs mit orkanartigen Böen haben vor allem im Harz Schäden angerichtet. Wie die Polizei am Montag mitteilte, sei durch das aktuelle Tief „Victoria“ am vergangenen Wochenende unter anderem das Dach einer Betriebshalle in Wernigerode abgedeckt worden. Außerdem stürzten demnach im Harz mehrere Bäume um, vereinzelt seien Straßen gesperrt gewesen. Weil es immer noch teils heftigen Wind gebe und die Gefahr durch umstürzende Bäume weiter groß sei, verzögere sich die Beseitigung der Schäden mancherorts, hieß es.

Nach dem sturmbedingten Zwangsstopp am Sonntag haben die Züge der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) am Montag wieder Fahrt aufgenommen. „Alles rollt“, sagte Unternehmenssprecher Dirk Bahnsen. Am frühen Montagmorgen seien zunächst vier Räumtrupps von Wernigerode, Nordhausen und Gernrode aus losgeschickt worden, um die Gleise von möglichen Baumstürzen zu befreien. Nur im Bereich der Selketalbahn gab es Bahnsen zufolge einen größeren Eingriff, sonst hatte der schwere Sturm vor allem Äste auf die Gleise geweht. Erst vor gut einer Woche hatte Orkantief „Sabine“ für Schäden bis ins Flachland gesorgt. Auch dann mussten die HSB ihren Betrieb zeitweise einstellen, weil mehr als 100 Bäume auf deren Gleise gestürzt waren.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bleibt der Wind auch in den kommenden Tagen mit starken bis stürmischen Böen recht lebhaft. Vor allem im Bergland sei das zu spüren - auf dem 1141 Meter hohen Brocken im Harz müsse weiter mit orkanartigen Böen um die 110 Stundenkilometer gerechnet werden.

Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) machte sich am Montag selbst ein Bild von den Sturmschäden. Sie besuchte den Forstbetrieb Oberharz in Elbingerode. Nach Ministeriumsangaben richtete „Sabine“ weniger Schaden an als befürchtet. Eine vorläufige Schätzung gehe von 500 000 Festmetern Schadholz in ganz Sachsen-Anhalt aus. Das Orkantief „Friederike“ hatte 2018 dreimal so viel Holz umgeweht.

Im Bereich des Forstbetriebs Oberharz sind dem Ministerium zufolge nach „Sabine“ rund 100 000 Festmeter Schadholz zu beklagen. „Es hört nicht auf. Wir haben zwei harte Jahre mit Stürmen, Trockenheit und Schädlingen hinter uns. Nach der Beräumung der Wälder kommt der nächste Sturmschaden“, sagte Dalbert. Sie sei froh, dass junge Menschen auf offene Stellen innerhalb des Landesforstbetriebs rücken und dass die Zusammenarbeit mit Lohnunternehmen gut funktioniere.


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