Sperrfrist endet am 31. Januar Umweltfreundlichere Gülledüngung: Ausbringung bodennah statt breit verteilt

Düngen mit Bedacht: Auf bestelltem Ackerland darf nur noch bodennah gedüngt werden. Foto: dpa/Jens BüttnerDüngen mit Bedacht: Auf bestelltem Ackerland darf nur noch bodennah gedüngt werden. Foto: dpa/Jens Büttner

Oldenburg. Am Freitag, 31. Januar, endet die durch die Düngeverordnung festgelegte Sperrfrist für stickstoffhaltige Dünger. Neu ist dieses Jahr, dass flüssige organische Düngemittel auf bestelltem Ackerland nur noch streifenförmig auf den Boden aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden dürfen.

Die neue Regelung betrifft flüssige organische Düngemittel, wie zum Beispiel Gülle, Jauche und Gärreste und gilt zunächst nur auf bestelltem Ackerland – also Ackerflächen, auf denen aktuell Kulturpflanzen wachsen. Sinn der Regelung ist die Verringerung von Ammoniak-Emissionen in die Atmosphäre, die bei breitflächiger Ausbringung von Gülle und Gärresten deutlich höher sind als bei bodennaher Ausbringung mittels Schleppschlauch-, Schleppschuh- und Schlitzverteilern, heißt es in einer Pressemitteilung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Die Vorschriften gelten zunächst nicht für Grünland und Ackergrasflächen. Dort können in den nächsten Jahren noch weiterhin die gängigen Breitverteiltechniken, etwa nach unten abstrahlende Prallbleche oder Schwenkdüsen, eingesetzt werden. Allerdings werden diese Techniken aufgrund der bekannten Nachteile – schlechtere Stickstoff-Ausnutzung, Windanfälligkeit, mitunter Futterverschmutzung – aber auch auf Grünland nicht mehr empfohlen. 

Vegetation nimmt im Winter kaum Nährstoffe auf

Ab Anfang Februar können Landwirte auch wieder stickstoffhaltige Dünger auf Acker- und Grünlandflächen ausbringen. Von der nun endenden Sperrfrist sind Gülle, Jauche, Gärreste aus Biogasanlagen, Geflügelkot, stickstoffhaltige Mineraldünger sowie viele Klärschlämme betroffen. Sie dürfen laut Düngeverordnung grundsätzlich nicht auf Ackerland (1. Oktober bis 31. Januar) und auf Grünland (1. November bis 31. Januar) ausgebracht werden. Der Gesetzgeber hat diese Pause verordnet, da die Vegetation in den Wintermonaten ruht und kaum Nährstoffe aufnimmt, erklärt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einer Pressemitteilung.

Für Stallmist und Kompost gilt nur eine verkürzte einmonatige Sperrfrist vom 15. Dezember bis 15. Januar. Deren Stickstoff ist organisch gebunden und wird erst bei höheren Temperaturen, wenn auch die Natur wieder erwacht, in eine pflanzenverfügbare Form umgewandelt und von der Vegetation aufgenommen. 

Düngung dem Bedarf der Pflanzen anpassen

Auch bei frühzeitiger Düngung Anfang Februar bis zum Einsetzen der Vegetation besteht nach Angaben der Landwirtschaftskammer auf Grünlandflächen kein nennenswertes Risiko von Stickstoffverlusten. Das liegt bei intakten Flächen an der dichten Grasnarbe und dem Wurzelfilz, in dem Nährstoffe sehr gut gebunden werden. Versuchsergebnisse zeigen zudem, dass in dieser Zeit die Ammoniakverluste geringer sind als bei einer Ausbringung im wärmeren März. 

Grundsätzlich ist die Düngung dem Bedarf der Pflanzen anzupassen. Dazu sind Düngezeitpunkt und Düngermenge so zu wählen, dass die Nährstoffe möglichst vollständig von den Pflanzen aufgenommen werden. Der Boden muss dabei aufnahmefähig sein. Bei Wassersättigung des Bodens, geschlossener Schneedecke oder dauerhaft gefrorenem Boden dürfen Gülle, Gärreste und andere stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen nicht ausgebracht werden.  


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