Kriminalität Morddrohungen gegen Umweltminister Lies wegen Wolfsjagd

Von dpa

Olaf Lies (SPD) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Sven Braun/dpa/ArchivbildOlaf Lies (SPD) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Sven Braun/dpa/Archivbild
Sven Braun/dpa/Archivbild

Hannover. Die Liste der Anfeindungen wird immer länger: Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies ist wegen seiner Wolfspolitik ins Visier geraten. Er ist nicht der erste, der deswegen bedroht wird.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) ist wegen der Abschussgenehmigung für den Rodewalder Wolf mit dem Tode bedroht worden. Entsprechende Drohungen und Anfeindungen gibt es sowohl gegen Lies persönlich als auch gegen Jäger allgemein, wie das Ministerium am Freitag in Hannover bestätigte. So zeige eine Fotomontage mit dem Titel „Holocaust in unseren Wäldern“ den Eingang zum KZ Auschwitz mit der Aufschrift „Jagd macht frei“ in Anlehnung an den zynischen Satz „Arbeit macht frei“ der Nationalsozialisten.

„Einfach nur noch geschmacklos und geradezu entsetzlich, wie selbst ernannte Wolfsschützer mit dem Schicksal von über einer Million Menschen umgehen, die in Auschwitz ihr Leben gelassen haben“, sagte Lies der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Der Minister hat dem Bericht zufolge die Polizei eingeschaltet.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verurteilte die Drohungen. Das Klima der öffentlichen Diskussion sei wesentlich ruppiger geworden, sagte Weil dem Radiosender ffn. „Ob das aus der rechten Ecke ist, ob das wie im Fall von Olaf Lies jetzt ein offenbar völlig irre geleiteter Tierschützer ist, was auch immer dahinter stecken mag, das darf man nicht akzeptieren, und ich finde es gut, dass Olaf Lies einen solchen Vorgang zur Anzeige gebracht hat.“

Schon Anfang 2019 hatte das Umweltministerium nach Drohungen einen Wolfsberater im Landkreis Nienburg abberufen. Dort soll der Leitwolf des Rodewalder Rudels abgeschossen werden. Die seit einem Jahr laufende Suche nach dem Tier mit der Kennung GW717m ist nach wie vor erfolglos. Die Ausnahmegenehmigung zur Tötung des Wolfs wird immer wieder um jeweils einen Monat verlängert. Juristisch stützt sich die Genehmigung auf den Riss mehrerer geschützter Rinder.


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