Soziales Pflegekammer: 4000 Euro Bruttolohn für Pflegefachkräfte

Von dpa

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Frau über einen Korridor. Foto: Christoph Schmidt/dpa/ArchivbildEine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Frau über einen Korridor. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild
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Hannover. Die Pflegekammer Niedersachsen hat die Erhöhung des Mindestlohns für Pflegefachkräfte auf 15 Euro als „Witz“ bezeichnet - und einen Vollzeit-Bruttolohn von mindestens 4000 Euro gefordert.

Die Pflegekammer Niedersachsen hat die Erhöhung des Mindestlohns für Pflegefachkräfte auf 15 Euro als „Witz“ bezeichnet - und einen Vollzeit-Bruttolohn von mindestens 4000 Euro gefordert. Die Pflege brauche keine „kümmerlichen Mindestlöhne“, sondern eine flächendeckend gute tarifvertragliche Bezahlung, sagte Pflegekammer-Präsidentin Sandra Mehmecke am Donnerstag. „15 Euro Mindestlohn für Pflegefachpersonen sind ein Witz.“

Tarifvertragliche Regelungen werteten den Pflegeberuf auf, außerdem seien „eine attraktive Entlohnung und wertschätzende Arbeitsbedingungen“ entscheidend, um sich Fachkräfte zu sichern, erklärte die Kammerpräsidentin. Positiv sei, dass Investitionen des Landes Niedersachsen künftig nur noch an Pflegeeinrichtungen fließen, die ihre Beschäftigten nach Tarif bezahlen.

Am Dienstag hatte die Pflegekommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Berlin beschlossen, dass der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte bis zum 1. April 2022 in vier Schritten spürbar von heute 10,85 Euro (Ost) und 11,35 Euro (West) auf 12,55 Euro in Ost- und Westdeutschland angehoben werden soll. Vom 1. Juli 2021 an soll es zudem erstmals einen Mindestlohn für Pflegefachkräfte von 15 Euro geben. Dieser soll zum 1. April 2022 auf 15,40 Euro steigen. Die Steigerungen gelten in der Alten- und ambulanten Krankenpflege.


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