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Länderübergreifende Aktion Polizei stoppt bei Großkontrolle "rollende Zeitbombe"

15 Festnahmen, 49 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 20 Verstöße gegen das Ausländerrecht und 58 Strafanzeigen – das ist das Ergebnis einer länderübergreifende Kontrollaktion der Polizei. Foto: dpa15 Festnahmen, 49 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 20 Verstöße gegen das Ausländerrecht und 58 Strafanzeigen – das ist das Ergebnis einer länderübergreifende Kontrollaktion der Polizei. Foto: dpa
Heiko Becker via www.imago-images.de

Osnabrück/Emsland. 15 Festnahmen, 49 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 20 Verstöße gegen das Ausländerrecht und 58 Strafanzeigen – das ist das Ergebnis einer länderübergreifende Kontrollaktion der Polizei. Bei den Lkw-Kontrollen sprach die Polizei in einem Fall von einer "rollenden Zeitbombe".

Die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität, die Verhinderung der illegalen Einreise mit den damit verbundenen Verstößen gegen das Zuwanderungsgesetz, Menschenhandel sowie Schleusertätigkeiten, wie auch die Bekämpfung der Eigentumskriminalität, waren die Schwerpunkte der Fahndungsaktion, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. Beteiligt waren auf niederländischer Seite die Koninklijke Marechaussee, die Douane, die Polizei der Niederlande sowie auf deutscher Seite die Bundespolizei, der Zoll, die Polizei der Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Sachsen. Der Einsatz fand im deutsch-niederländischen Grenzkorridor zwischen der Nordsee (Dollart) und Aachen statt.


6000 Personen wurden überprüft

An der ganztägigen Kontroll- und Fahndungsaktion nahmen mehr als 100 Beamte teil. Insgesamt wurden über 4400 Fahrzeuge und mehr als 6000 Personen überprüft. Ergebnis: Ein mit zwei Insassen besetztes Fahrzeug wurde am Grenzübergang de Poppe A30/A1 NL bei Bad Bentheim kontrolliert. 

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Die Beamten fanden eine Anscheinswaffe sowie einen Schlagring. Außerdem hatten die Insassen größere Mengen Anabolika und Viagra sowie einen größeren Geldbetrag bei sich und waren in den Niederlanden zudem mit einem Betrag von 1.290 Euro zur Fahndung ausgeschrieben. Beide Personen wurden festgenommen.

15 Menschen festgenommen

Weitere Ergebnisse der Großkontrolle waren: 15 Festnahmen, 49 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 20 ausländerrechtliche Verstöße, 58 Strafanzeigen, davon acht Diebstahlsanzeigen, vier wegen Urkundenfälschung, eine wegen des Verdachts der Geldwäsche sowie neun Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.  

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Noch dazu fuhren 14 Autofahrer unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. Insgesamt 316 Gramm Marihuana, drei Haschkuchen, fünf Joints, 180 Gramm Pilze und zwei Ecstasy-Pillen fand die Polizei. In elf Fällen hatten die Autofahrer keine erforderliche Fahrerlaubnis bei sich.  24 Personen mussten ihre Fahrzeuge stehen lassen, sie durften nicht weiterfahren.   

Polizei: "Rollende Zeitbombe"

Bei den Lastkraftwagen-Kontrollen am Grenzübergang ließ die Polizei 13 Personen nicht weiterfahren.  Eine der gravierendsten Fälle: Ein Sattelzug aus Osteuropa war von den Niederlanden zurück in die Heimat unterwegs. Dabei hatte dieser 20 Tonnen Motoröl geladen. Allerdings waren alle sechs Bremsen am Sattelauflieger mangelhaft – teilweise waren sogar die Bremsscheiben defekt und drohten zu reißen. Einen Funkenflug schlossen die Beamten nicht aus. 

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Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, sprach von einer "rollenden Zeitbombe". "Mit so eklatanten Mängeln auf öffentlichen Straßen unterwegs zu sein, und dann mit solch einer sensiblen Ladung, ist unverantwortlich." Der Sattelzug wurde in die Werkstatt begleitet, Dort wird nun entscheiden, welche Mängel behoben werden müssen, bevor die Fahrt weitergehen kann. Eine Stilllegung kann nicht ausgeschlossen werden.

Bußgeld bis zu 15.000 Euro

In einem anderen Fall manipulierte ein Fahrer ein Lkw-Kontrollgerät dermaßen, dass das Fahrzeug in den Aufzeichnungen die Höchstgeschwindigkeit nicht überschritt, allerdings tatsächlich 10 Stundenkilometer schneller unterwegs war, als die Aufzeichnungen es anzeigten. Hier kommt eine Strafanzeige auf den Fahrer und Halter zu. Dem Halter droht sogar ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro, dem Fahrer eines in Höhe seines Monatsgehalts. 

Auch zukünftig wird es länderübergreifend abgestimmte Großkontrollen zur Bekämpfung der verschiedenen Kriminalitätsformen wie auch zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf den Bundesautobahnen geben, heißt es seitens der Polizei. "Die Zusammenarbeit klappte auch diesmal wieder hervorragend", wird Ellermann zitiert. 


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