Niedersachsen im Dauerminus Gründerflaute im Land: FDP will Stipendien aufhübschen

Von solchen Start-Ups wünscht sich das Land mehr: Die Macher der Echtzeit-Nutztierüberwachung „Monitorfish“ im Osnabrücker Seedhouse. Foto: Michael GründelVon solchen Start-Ups wünscht sich das Land mehr: Die Macher der Echtzeit-Nutztierüberwachung „Monitorfish“ im Osnabrücker Seedhouse. Foto: Michael Gründel

Hannover. Immer weniger Niedersachsen wagen den Sprung in die Selbstständigkeit. Die FDP fordert vor allem mehr Anreize für Start-Ups.

Angesichts der Schwäche bei Unternehmensgründungen in Niedersachsen fordert die FDP von der Landesregierung mehr Engagement für die Start-Up-Szene. Anlass sind erste Zahlen zu den neuen Gründerstipendien des Landes: Seit Mai können sich Personen mit innovativen Ideen beim Land um eine Förderung für durchschittlich acht Monate von bis zu 2000 Euro monatlich bewerben. Dank des Geldes sollen sich die Geförderten auf ihr Unternehmen konzentrieren können. Die Förderung wird nach einem Punkteverfahren von der NBank bewilligt. Die Antragssteller werden in der Regel von Start-Up-Zentren wie dem Grafschafter Technologiezentrum, dem Osnabrücker Seedhouse oder dem Gründerzentrum Oldenburg unterstützt. Bis Anfang Oktober sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 33 Stipendien vergeben worden. Zehn Bewerber wurden abgelehnt. 

Der FDP-Abgeordnete Christian Grascha begrüßte zwar, dass die Stipendien „endlich angelaufen“ seien. „Wenn man aber sieht, dass Nordrhein-Westfalen im Jahr 1000 Stipendien vergeben will, sind 33 in den ersten sechs Monaten zu wenig. Auch die geringe Anzahl an Bewerbungen zeigt, dass offenbar das niedersächsische Stipendium nicht attraktiv genug ist“, sagte Grascha unserer Redaktion. Das Bewerbungsverfahren müsse viel unbürokratischer werden, forderte der Oppositionspolitiker.

Niedersachsen rutscht ab

Tatsächlich gehen die Unternehmensgründungen in Niedersachsen seit 2010 beständig zurück: Wurden 2010 noch 62 264 Neugründungen gezählt, waren es 2018 nur noch 46 314. Im Gastgewerbe überstiegen die Abmeldungen 2018 die Zahl der Neugründungen deutlich. Mit 58 Neugründungen pro 10 000 Einwohner im Jahr 2018 war Niedersachsen beim „Gründungsindex“ im Bundesvergleich unterdurchschnittlich und verliert mit Platz 10 weiter an Boden: Lediglich die fünf ostdeutschen Bundesländer und das Saarland verzeichnen eine noch niedrigere Gründungsintensität.

Das OIdenburger Land liegt dabei größtenteils deutlich über Landesschnitt: So verzeichnete die Stadt Wilhelmshaven 2018 einen Schnitt von 65,8 Gründungen auf 10000 Einwohner. Auch die Landkreise Cloppenburg, Vechta, Ammerland sowie Stadt und Landkreis Oldenburg liegen deutlich über dem Landesschnitt. Auch im ersten Halbjahr 2019 lag die Region mit 33,5 Gründungen auf 10000 Einwohner besser als der Landesschnitt (31,9). Vorne liegen derzeit der Kreis Cloppenburg (36,8) und die Stadt Oldenburg (35,7).

Althusmann: Nicht besorgniserregend

Für Wirtschaftsminister Bernd Althusmann ist dies aber „nicht besorgniserregend“, da die Gründerflaute auch mit einem Tiefststand bei den Arbeitslosenzahlen einher geht. „Wichtig ist, dass wir noch mehr Start-ups bekommen“, erklärte der CDU-Politiker. Denn digital- und technologieaffine Gründer erhielten die Innovationskraft im Land. Derzeit seien auf der Startup-Plattform des Landes 279 Start-Ups registriert.


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