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19.10.2019, 01:03 Uhr KOMMENTAR

Gewässer belastet: Nicht beirren lassen

Ein Kommentar von Stefanie Witte


Ein Verursacher der hohen Gewässerbelastung: die Landwirtschaft. Foto: Philipp Schulze/dpaEin Verursacher der hohen Gewässerbelastung: die Landwirtschaft. Foto: Philipp Schulze/dpa

Osnabrück. Als hätte es noch einer weiteren Statistik bedurft, um den Ernst der Lage zu belegen: Die Erhebung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz attestiert den Flüssen und Seen hierzulande eine anhaltend schlechte Qualität. In erster Linie geht es um Stickstoff und Phosphor. Ein Kommentar.

Nun werden Landwirte argumentieren, dass auch Kläranlagen und andere Verursacher das Wasser verunreinigen. Auch über Grenzwerte mag gestritten werden. 

An der grundsätzlichen Erkenntnis können diese Einwände aber nichts ändern: Flüsse, Seen und Grundwasser sind übermäßig belastet, gerade in Niedersachsen und gerade durch die Landwirtschaft. Die EU-Kommission kann Deutschland mit seinen halbherzigen Versuchen, das zu ändern, schon lange nicht mehr überzeugen.

Von den massenhaften Protesten von Landwirten, die in der kommenden Woche zu erwarten sind, sollte sich die Politik nicht beirren lassen. Demgegenüber stehen die übrigen Wähler, die irgendwann fragen werden, warum es zunehmend Probleme mit dem Trinkwasser gibt.

Ohne rote Gebiete und Sanktionen wird es nicht gehen. Dabei sollte die Gesellschaft aber auch die Landwirte nicht alleinlassen. Ansonsten droht eine Entwicklung hin zu immer größeren Betrieben – und die wollen am Ende auch die wenigsten.


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