27 Mitarbeiter sollen aufs Festland Grüne will Küstenforscher auf Norderney halten

Die Forschungsstelle Küste soll die Insel Norderney verlassen. Foto: Ingo Wagner/dpaDie Forschungsstelle Küste soll die Insel Norderney verlassen. Foto: Ingo Wagner/dpa

Hannover. Die Forschungsstelle Küste soll von Norderney aufs Festland ziehen. Ein Konzept gebe es nicht, kritisiert die Grünen-Abgeordnete Meta Janssen-Kucz.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz wirft der Landesregierung Konzeptlosigkeit bei der Zukunftsplanung für die Forschungsstelle Küste (FSK) auf Norderney vor. Anlass ist eine Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage Janssen-Kucz, die aus ihrer Sicht mehr Fragen als Antworten hinterlässt. „Auf Norderney wird eine 80-jährige wissenschaftliche Tradition vor die Wand gefahren“, warnt die Grünen-Politikerin. Das Ministerium weist das zurück.

Die 27 Beschäftigten der FSK waren Ende September informiert worden, dass das Land den sanierungsbedürftigen Traditionsstandort neben der Inselmühle aufgeben will. Umweltminister Olaf Lies (SPD) erklärte, dass die Einrichtung angesichts der wachsenden Bedeutung von Klimaschutz und Klimafolgenforschung gestärkt  werden müsse. Daher sei eine „Große Baumaßnahme“ auf dem Festland notwendig. Das Ministerium hat die Stadt Norddeich dafür im Auge. „Eine Sanierung der Gebäude auf der Insel oder ein Neubau, der den erweiterten Anforderungen gerecht würde, wäre wirtschaftlich nicht vertretbar“, erklärte Lies. Damit sind auch jahrelange Bemühungen Norderneys, die FSK zu halten, gescheitert. Auch die Verlegung zum Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden wurde verworfen.

Doch wie die Zukunft aussehen soll, ist noch unklar: In der mittelfristigen Finanzplanung des Landes ist kein Geld für eine „Große Baumaßnahme“ eingestellt. Auch die Frage, wie die FSK mit der Hochschule Emden-Leer und den Unis Oldenburg, Hannover und Braunschweig zusammenarbeiten soll, beantwortet das Land vage. Es „finden derzeit Gespräche zur Ausgestaltung“ statt, heißt es lediglich. Am kommenden Freitag reist Umwelt-Staatsekretär Frank Doods nach Norderney, gleichzeitig gibt es einen Termin im hannoverschen Wissenschaftsministerium von Björn Thümler (CDU) zum Thema. 

Janssen-Kucz wirft den Ministern Lies und Thümler vor, das Thema auf Kosten der Mitarbeiter schleifen zu lassen. „Jeder macht sein Ding. Und wir berauben uns der Attraktivität“, sagt sie. Das Ministerium weist das zurück. Bis 2021 werde das Land ein konkretes Konzept vorlegen. Und mit Norddeich habe man einen gut ans Schienennetz angebundenen Ort gefunden. 


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