Witthaut erwartet weitere IS-Rückkehrer Niedersachsens Verfassungsschutz: Zehn Islamisten in Ausstiegsprogrammen

Bernhard Witthaut, Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes. Foto: dpa/Julian StratenschulteBernhard Witthaut, Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Osnabrück. Wie umgehen mit den zu erwartenden IS-Rückkehrern aus Syrien und dem Irak? Niedersachsens Verfassungsschutz setzt auf Ausstiegsprogramme für Islamisten.

Niedersachsens Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut will Ausstiegsprogramme für Extremisten stärken. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte er, derzeit befänden sich zehn Islamisten in entsprechenden Programmen. Bei sieben Personen gehe er davon aus, dass sie sich erfolgreich und dauerhaft von der islamistischen Szene losgesagt hätten. „Es dauert manchmal Jahre, Menschen daraus zu holen“, so Witthaut.

85 Islamisten ausgereist

Er rechnet damit, dass der Bedarf auch vor dem Hintergrund möglicher Rückkehrer aus dem IS-Gebiet steigen wird. Laut Witthaut hat es in den vergangenen Jahren 85 Ausreisen aus Niedersachsen ins IS-Gebiet gegeben, 39 Personen seien bislang zurückgekehrt. Der Verbleib der übrigen sei nur teilweise geklärt. „Möglicherweise sind sie tot, auf der Flucht oder in Gefängnissen“, so Witthaut.

Unter anderem ist bekannt, dass sich zum Teil noch Frauen aus Niedersachsen samt Kindern in Lagern im Nahen Osten festgehalten werden. So war etwa eine Frau aus Osnabrück mitsamt ihrer Tochter ins IS-Gebiet ausgereist. Dort bekam sie dann zwei weitere Kinder mit IS-Kämpfern.

In Niedersachsen selbst gibt es im Bereich Islamismus mehr als 70 Gefährder, denen die Sicherheitsbehörden Terroranschläge zutrauen. Hinzu kommen knapp 70 sogenannte relevante Personen. „Deutschland und damit auch Niedersachsen sind weiterhin im Fokus islamistischer Terroristen“, warnte Witthaut.


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