Im Scheckkartenformat Polizei soll fälschungssichere Dienstausweise bekommen

Von dpa

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Hannover. Scheckkarten mit Chip statt grüner Papiere: Die Dienstausweise der Polizei sollen moderner und sicherer werden. Betrüger, die sich als Polizisten ausgeben, haben bisher allzu oft leichtes Spiel.

Niedersachsens Polizisten sollen zum Jahr 2021 fälschungssichere Dienstausweise im Scheckkartenformat bekommen. „Niedersachsen gehört zu den wenigen Bundesländern, die noch einen Polizeidienstausweis in Papierform ausstellen", sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag. „Dieser grüne Polizeidienstausweis verfügt über wenig Sicherheitsmerkmale und keine zusätzlichen Funktionen." Ziel sei es daher, „einen fälschungssichereren, multifunktionalen Polizeidienstausweis einzuführen".

Die Idee: Mit Hilfe eines integrierten Chips könnten die Beamten künftig auch ihre Arbeitszeit erfassen und die Drucker bedienen. Bisher werden für diese Funktionen zusätzliche Karten ausgegeben. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ) hatte zuerst über die geplante Umstellung berichtet.

Neue Ausweise sollen Betrugsmaschen erschweren

Die Neugestaltung der Dienstausweise steht auch vor dem Hintergrund zahlreicher Fälle, in denen sich Betrüger als Polizisten ausgegeben haben. Mit den neuen Ausweisen solle „auch der unberechtigten Nutzung entgegengewirkt werden", sagte der Ministeriumssprecher. Polizeistellen im Land warnten zuletzt fast wöchentlich vor falschen Polizisten.

So brachte ein Betrüger in Hameln ein altes Ehepaar kürzlich um seine Eheringe. „Der Mann hielt dem 76-Jährigen etwas vor die Nase, von dem er angab, dass es sich um seinen Dienstausweis handele", hieß es in der Polizeimitteilung zu dem Fall. Der Täter gab danach an, er sei gekommen, um nach einer Festnahme einige Gegenstände sicherzustellen.

Im Heidekreis schlugen im Sommer falsche Polizisten mit einer Telefonmasche zu. Sie forderten ältere Bewohner auf, Geldbeträge zu übergeben. In einem Fall wurde ein Opfer so um 15 000 Euro betrogen.

Kosten für Ausweise noch unklar

Wie die neuen Dienstausweise aussehen werden, ist noch nicht endgültig entschieden. Die Kartenrohlinge sind laut Innenministerium weiß, Beschriftung, Layout und Farbgebung würden aber aktuell noch entwickelt. Der Bund deutscher Kriminalbeamter (BdK) warb in der „HAZ" für einen blauen Ausweis, auf dem auch der Dienstgrad vermerkt ist. „Der Bürger hat das Recht auf die Kenntnis der Amtsbezeichnung der eingesetzten Beamtinnen und Beamten", sagte der BdK-Landesvorsitzende Matthias Karsch der Zeitung.

Wie hoch die Kosten für die neuen Ausweise sein werden, steht dem Ministerium zufolge noch nicht fest. Die Kosten seien davon abhängig, ob vorhandene Drucker des landeseigenen IT-Dienstleisters IT.N genutzt werden können oder neue beschafft werden müssen. 


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