Dürre und Borkenkäfer Forstleute beurteilen Schäden in Niedersachsens Wäldern als „riesig"

Von dpa

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Hannover. Waldsterben - das war eigentlich lange Zeit kein Thema mehr. Doch in diesem Jahr ist die Lage anders. Auch Niedersachsens Wälder sehen teilweise traurig aus. Können abgestorbene, vertrocknete Bäume auch zu einer Gefahr für Spaziergänger werden?

Erst Sturmschäden, dann Dürre, Brände und nun auch noch starker Borkenkäferbefall: Vielen Wäldern in Niedersachsen geht es derzeit deutlich schlechter als noch vor wenigen Jahren. Landwirtschafts- und Forstministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat deswegen am Montag zu einem Waldgipfel in ihr Ministerium nach Hannover geladen. Dort will sie mit zahlreichen Akteuren darüber beratschlagen, was getan werden muss.

Beispielhaft etwa ist die Situation in Wolfsburg: Dort beginnen demnächst Fällarbeiten im Hohnstedter Holz. In dem wertvollen, alten Buchenwald stehen etliche Bäume, die nach der extremen Dürre vom Vorjahr nach Angaben der Landesforsten nicht mehr zu retten sind. Schon jetzt gebe es dort für Waldbesucher erhebliche Gefahren, weil marode Äste abbrechen könnten. „Das Ausmaß der Schäden ist riesig. Ohne Fällung der Bäume wäre die Sperrung des kompletten Waldes unumgänglich", heißt es in einer Mitteilung der Forstverwaltung.

Dürre begünstigt Ausbreitung von Borkenkäfern

In Niedersachsen sind vom aktuellen Waldsterben vor allem Fichten und Buchen betroffen. Als Grund dafür gilt neben der Dürre auch eine Borkenkäferplage. Angesichts der Schäden durch die Borkenkäfer sagte das Land betroffenen Waldbesitzern im Juli bereits mehr Mittel zur Unterstützung zu - die sogenannte Waldschutzhilfe wird in diesem Jahr von 1,2 auf 3,8 Millionen Euro erhöht.

Die Dürre im vergangenen Jahr hatte die Ausbreitung der Borkenkäfer stark begünstigt, vor allem Fichten sterben im großen Stil ab. Alleine am Wurmberg im Harz müssen rund 80 Hektar Fichtenwald wegen des Borkenkäfers gefällt werden.

Nach Einschätzung von Forstleuten werden für die Aufforstung geschädigter Wälder in Niedersachsen mehr als 100 Millionen junge Bäume benötigt. Landesweit wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Bundes Deutscher Forstleute rund 10 000 Hektar Wald geschädigt.


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