Landesregierung macht Druck bei Klimaschutz Weil fordert vom Bund „Neustart der Energiewende“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Foto: Julian Stratenschulte/dpaNiedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Niedersachsens Landesregierung fordert vom Bund mehr Tempo beim Klimaschutz: Umweltminister Olaf Lies will sogar den Kohleausstieg vorziehen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat mehr Engagement des Bundes in Sachen Klimaschutz gefordert. Die „Kernkritik“ der Fridays-for-Future-Bewegung sei „berechtigt“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Hannover. Weil schraubte die Erwartungen an das im September vom Klimakabinett der Bundesregierung geplante Maßnahmenpaket hoch. „Es muss ein Neustart der Energiewende drin sein“, sagte Weil. Die Landesregierung wolle mit eigenen Projekten vor der eigenen Haustüre kehren, kündigte der Regierungschef an: So soll das seit Monaten im Kabinett umstrittene Klimaschutzgesetz den Landtag spätestens im Oktober passieren, zudem wolle Niedersachsen in der Verwaltung, bei Landesbauten und bei Dienstwagen mehr auf Klimaschutz achten. 

Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte zuvor vom Bund bereits einen früheren Kohleausstieg gefordert. Bislang soll dieser bis spätestens 2038 vollzogen sein. „Unser ehrgeiziges Ziel muss 2030 sein“, sagte Lies. Der SPD-Minister sprach sich für ein europäisches Aufforstungsprogramm aus. Allerdings brauche der Walderhalt auch Klimaschutz. Bei einer stärkeren Erderwärmung werde es die bekannten Fichten- und Buchenwälder hierzulande nicht mehr lange geben.


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