Minister will Projektbüro Althusmann fordert Mautbefreiung für Wasserstoff-Lkw

Mit Wasserstoff lassen sich auch Autos betanken. Seit diesem Jahr steht in Laatzen bei Hannover eine Wasserstofftankstelle. Foto: Ole Spata/dpaMit Wasserstoff lassen sich auch Autos betanken. Seit diesem Jahr steht in Laatzen bei Hannover eine Wasserstofftankstelle. Foto: Ole Spata/dpa

Hannover. Der Wasserstoff beflügelt die Phantasie der niedersächsischen Energiepolitiker. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann fordert Schritte, um die Technologie voranzubringen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann fordert die Mautbefreiung von Lkw mit Brennstoffzellenantrieb. Das geht aus einem 14-seitigen Eckpunktepapier des Ministerium zur Wasserstoffförderung hervor, welches derzeit im Ressort endabgestimmt wird und unserer Redaktion vorliegt. Die Mautbefreiung soll analog zu Antrieben mit LNG und Erdgas die Entwicklung der Wasserstofftechnologie als Antriebsvariante forcieren. Mehr Brennstoffzellen-Lkw sollen auch zu einer höheren Tankstellendichte im Land führen. 

Die niedersächsische Landesregierung setzt große Hoffnungen in den Wasserstoff als Energieform der Zukunft, sowohl das Umwelt- als auch das Wirtschaftsministerium beschäftigen sich mit dem Thema. Wasserstoff lässt sich mit Hilfe von Strom per Elektrolyse aus Wasser gewinnen und kann dann direkt oder als künstliches Erdgas oder synthetischer Kraftstoff weiterverarbeitet werden. Allerdings gilt die Technik derzeit nicht als konkurrenzfähig.

Althusmann will Wasserstoffbüro

„Niedersachsen hat das Potential, das Land der grünen Wasserstoffwirtschaft zu werden. Wir haben eine hohe Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien und die notwendige Infrastruktur für Speicherung, Transport und Verteilung von Wasserstoff“, sagte der CDU-Politiker unserer Redaktion. Eine Vielzahl von Unternehmen im Land beschäftige sich bereits mit Wasserstoffprojekten. Unter anderem sind in Lingen Pilotanlagen geplant, zudem fahren erste Brennstoffzellenzüge durchs Land. Zuletzt hatte der Netzbetreiber Tennet Pläne für eine umfangreiche Wasserstoffproduktion in der Nordsee vorgestellt. 

Althusmann kündigte weitere Schritte zur Wasserstoffförderung an. So wolle sich das Land auf Bundesebene für bessere Rahmenbedingungen einsetzen. „Das Wirtschaftsministerium will eine zentrale Anlaufstelle – ein Wasserstoffbüro – einrichten, um ein Netzwerk Wasserstoffwirtschaft für die Unternehmen in Niedersachsen aufzubauen und gemeinsame Aktivitäten und Projekte zu koordinieren“, sagte Althusmann.


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