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11.07.2019, 17:38 Uhr KOMMENTAR

Der Wald braucht unsere Hilfe

Ein Kommentar von Klaus Wieschemeyer


Der Wurmberg im Harz hatte schon 2017 mit abgestorbenen Bäumen zu tun. Foto: Wolfgang Weihs/dpaDer Wurmberg im Harz hatte schon 2017 mit abgestorbenen Bäumen zu tun. Foto: Wolfgang Weihs/dpa

Hannover. Die Politik muss die Forstwirtschaft unterstützen, sonst droht ein massives Waldsterben, meint unser Kommentator.

Ein Wort aus der Tiefe der 1980er Jahre ist zurück: Waldsterben. Doch anders als damals ist die Angst vor dem Tod der Bäume heute alles andere als diffus: Ob Eichenprozessionsspinner, Borkenkäfer, Trockenheit und/oder Waldbrand – die Bedrohungen sind konkret, treffen fast alle Arten und haben mindestens indirekt mit dem sich wandelnden Klima zu tun. Die hiesige Waldwirtschaft hat dies in großen Teilen längst erkannt und sich innerlich von den Fichtenwüsten der Nachkriegszeit verabschiedet: Seit Jahren arbeitet sie am Waldumbau und testet neue Arten. Doch das Umsteuern braucht Zeit. Zeit, die zu knapp wird angesichts der dramatischen Wetterlagen, die ganze Regionen aus dem Gleichgewicht bringen.  

Hier ist Politik gefragt, den Walderhalt und -aufbau voranzubringen. Es ist gut, dass Agrarministerin Julia Klöckner Millionen neue Bäume fordert. Besser wäre es, wenn der Bund dafür Geld in die Hand nähme. Wie es gehen kann, zeigt der Blick nach Süden: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat seinem Staatsforst diese Woche ein neues Leitbild verpasst: Der soll künftig nicht mehr zuerst die Freistaatskasse mit Holzerlösen füllen, sondern vor allem Bäume pflanzen. Man kann das für grünen Populismus angesichts der Fridays-for-Future-Bewegung halten. Doch im Ergebnis ist der Vorstoß eine gute Sache, mit der die Forstwirtschaft arbeiten kann.


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