Landesweiter Einsatz möglich Sichtschutzzäune gegen Gaffer – Pilotversuch auf A2 und A7

Von dpa

Schaulustige fotografieren in Bayern mit ihren Smartphones eine Unfallstelle, an der ein Autotransporter auf dem Dach liegt. Symbolfoto: dpaSchaulustige fotografieren in Bayern mit ihren Smartphones eine Unfallstelle, an der ein Autotransporter auf dem Dach liegt. Symbolfoto: dpa

Hannover. Zum Schutz vor Gaffern an Unfallstellen hat das niedersächsische Verkehrsministerium die A2 und der A7 mit mobilen Sichtschutzzäunen ausgestattet.

Die Autobahnmeisterei Hannover kann je nach Bedarf die Barrieren aufstellen, um Opfer und Retter abzuschirmen. "Beim Versuch, neugierige Blicke auf eine Unfallstelle zu erhaschen, bremsen Gaffer oft plötzlich ab und gefährden dadurch sich und andere", sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) am Freitag. Die Zäune verhinderten auch Staus und erleichterten die Arbeit für Rettungskräfte und Polizei.

Sichtbarrieren zunächst ein Test

Die Sichtbarrieren werden zunächst ein Jahr lang auf den Autobahnen erprobt, und zwar zwischen Bad Nenndorf und Hämelerwald sowie zwischen Schwarmstedt/Berkhof und südlich bis zum Autobahndreieck Hannover-Süd. Das Projekt von Innen- und Verkehrsministerium soll gründlich ausgewertet werden. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern hätten sich die Schutzzäune bereits bewährt. "Wenn sich die positiven Erwartungen auch bei uns erfüllen, ist ein landesweiter Einsatz geplant", sagte Althusmann.

Immer wieder gibt es Fälle, bei denen Schaulustige Unfallopfer und Retter behindern. Bei einem tödlichen Unfall auf der Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern hatten erst am Mittwoch Autofahrer einem Bestatter den Mittelfinger gezeigt. In Bayern hatte wenige Wochen zuvor ein Video für Schlagzeilen gesorgt, in dem ein wütender Polizist bei einem Unfall zu sehen ist und Gaffer fragt, ob sie nicht aussteigen und die Leiche sehen wollten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN