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Vorstellung der Großplakate Wahlkampf in Niedersachsen: CDU, SPD und FDP nun auch mit Plakaten präsent

Von Hans Brinkmann


Hannover. Jetzt geht es los! Mit der Präsentation erster Großplakate sind gestern auch die Parteien der Ministerpräsidentenkandidaten David McAllister (CDU) und Stephan Weil (SPD) offiziell in den Straßenwahlkampf eingestiegen.

Am stärksten mit sogenannten „Wesselmann-Stellwänden“ in der Größenordnung von 10,73 Quadratmetern sind die Sozialdemokraten vertreten: Sie kommen nach eigenen Angaben landesweit auf 1361 Großplakate. Die CDU hat nach Darstellung ihres Generalsekretärs Ulf Thiele 1000 dieser Tafeln gebucht; hinzu kommt jedoch noch eine ungenannte Zahl von Exemplaren, die Landtagskandidaten in eigener Regie geordert haben.

Neben den Großstellwänden – bei der FDP sind es 750 – haben die Parteien aber noch jeweils Zehntausende kleinerer Plakate anfertigen lassen. Allein die CDU schätzt ihren Anteil auf gut 70000 Stück.

Hinzu kommen in riesiger Größenordnung Materialien wie Flyer, Programme, Postkarten und Briefe, mit denen die Parteien für sich werben. So wollen die Liberalen laut ihrem Vorsitzenden Stefan Birkner 50000 Postkarten und 150000 „Zielgruppenbriefe“ versenden – und die Besucher von Infoständen mit insgesamt drei Tonnen Marzipan beglücken.

Die CDU hat erstmals Flyer drucken lassen, mit denen sie im Rahmen einer Kampagne gezielt zur Teilnahme an der Briefwahl aufruft. Die Sozialdemokraten haben sich einen anderen Gag einfallen lassen: Mit einer speziellen App können Besitzer von Smartphones die Großplakate der SPD zum Sprechen bringen: Beim Anklicken ertönt die Stimme von Spitzenkandidat Weil.

Während andere Parteien bereits vor Weihnachten erste Aktionen und Plakatierungen gestartet hatten, waren CDU, SPD und FDP bewusst zurückhaltend gewesen. Nun jedoch gehen sie voll in die Offensive – auch verbal. „Für unser Land steht viel auf dem Spiel, es geht um eine Richtungsentscheidung“, kündigte McAllister gestern einen klaren Kampf gegen eine „linke Wackelkoalition“ an.

Sein Herausforderer hielt dagegen: „Abgerechnet wird zum Schluss. Wir werden um jede Stimme für eine rot-grüne Mehrheit kämpfen. Ich jedenfalls bin hoch motiviert“, unterstrich Weil.

Die großen Parteien rücken auf den Plakaten ihre Bewerber für das Amt des Ministerpräsidenten in den Mittelpunkt, jeweils verknüpft mit einer Botschaft zu Sachthemen. Bildung, Arbeit, Sicherheit lauten die Kernpunkte der CDU; Bildung, Arbeit, Regionen sind Schwerpunkte bei der SPD. „Schluss mit Schulden!“ hat die FDP zu ihrem zentralen Motto erkoren. „Schwarz-Gelb sicher entsorgen“, heisst dagegen ein Slogan der Grünen.

Unterstützen lassen sich die niedersächsischen Parteien in dem Kurzwahlkampf von Scharen prominenter Bundespolitiker. So will die CDU nach Darstellung von McAllister vor allem mit Kanzlerin Angela Merkel punkten. Die populäre Regierungschefin wurde für nicht weniger als sieben Großkundgebungen verpflichtet, darunter in Osnabrück und beim offiziellen Wahlkampfauftakt am 5. Januar in Braunschweig.

In den Bereich Osnabrück/ Emsland/Ostfriesland kommen zudem weitere Bundesminister und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.

Die SPD startet ihren Wahlkampf am 4. Januar in Emden mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Alle Spitzenvertreter der Partei kommen danach zu Veranstaltungen im ganzen Land.

Die FDP hält die erste von acht Großkundgebungen mit Parteichef Philipp Rösler und Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle in Bissendorf bei Osnabrück ab.

Die Grünen sind im Westen unter anderem mit Spitzenkandidat Jürgen Trittin, Cem Özdemir und Claudia Roth präsent, während die Linken hier als eine Prominente Sahra Wagenknecht aufbieten.

Hier gibt‘s alle Informationen zur Landtagswahl in Niedersachsen