Seit Amtsantritt von Minister Tonne GEW: Niedersachsens Lehrer schieben 10 Millionen Überstunden

GEW-Landeschefin Laura Pooth.  Foto: Julian Stratenschulte/dpaGEW-Landeschefin Laura Pooth. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Niedersachsens Lehrer leisten nach Berechnungen der Gewerkschaft GEW millionenfach unbezahlte Überstunden. Darauf soll nun eine Überstundenuhr hinweisen.

Die rund 45000 Lehrer an den Gymnasien, Gesamt- und Grundschulen in Niedersachsen haben seit Amtsantritt von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) knapp zehn Millionen unbezahlter Überstunden abgeleistet. Das geht aus einer Hochrechnung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hervor, die Landeschefin Laura Pooth am Mittwoch in  Hannover vorstellte. Demnach springt eine virtuelle Überstundenuhr  (www.gew-nds.de/ueberstundenuhr) am Pfingstsonntag um 13:28 Uhr auf den Wert von zehn Millionen Stunden. Das ergibt sich aus Ergebnissen einer Arbeitszeitstudie der Uni Göttingen, die die GEW in Auftrag gegeben hatte.  Da für andere Schulformen keine repräsentativen Daten vorliegen, hält Pooth die realen Mehrstunden für noch weit höher. 

„Seit Jahren sind die Lehrkräfte im Arbeitsalltag überlastet, produzieren einen Berg von Überstunden und erhalten weder zeitlichen noch finanziellen Ausgleich. Dieser skandalöse Missstand muss endlich angepackt werden“, sagte Pooth. Das Ministerium hatte bereits eine Reihe von Entlastungen angekündigt, unter anderem sollen Konferenzen gestrafft und bundesweite Vergleichstests ausgesetzt werden. Doch umfangreich und spürbar sei diese geringe Reduzierung der Aufgaben bisher nicht gewesen, sagte Pooth.

„Wer die bisherigen Kleinst-Entlastungen für wirkungsvoll hält, glaubt auch, Kaugummi sei eine ganze Mahlzeit“, sagte die GEW-Landesvorsitzende. Wenn der Minister nicht bald entlastende Änderungen in der Arbeitszeitverordnung angehe, werde er von Entwicklungen wie einem weiter ansteigenden Krankenstand und dem damit einhergehenden Unterrichtsausfall überrollt. Pooths grundsätzlicher Appell an ihn und den Finanzminister lautete daher: „Heben Sie jetzt den Kultus-Etat an!“


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