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14.05.2019, 16:40 Uhr KOMMENTAR

Volkswagen wettet auf die E-Zukunft

Ein Kommentar von Klaus Wieschemeyer


VW-Vorstandschef Herbert Diess treibt den Konzernumbau voran. Foto: Kay Nietfeld/dpaVW-Vorstandschef Herbert Diess treibt den Konzernumbau voran. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Berlin. Volkswagen treibt den Bau einer Batteriezellfertigung in Norddeutschland voran. Das ist eine gute Nachricht für die Arbeitnehmer und auch die Politik.

Volkswagen macht Ernst mit dem Konzernumbau: Mit dem Bekenntnis zur eigenen Batteriezellproduktion in Norddeutschland setzt Konzernchef Herbert Diess das nächste Ausrufezeichen in Sachen E-Mobilität. Die Entscheidung ist riskant: Deutschland gilt wegen komplizierter Genehmigungsverfahren und hoher Energiepreise nicht gerade als Innovationstreiber energieintensiver Technologien. Dass Volkswagen sich sicher gibt, hierzulande eine profitable Aufholjagd gegenüber den asiatischen Marktführern starten zu können, zeugt von Selbstbewusstsein. Diess setzt mit den Fabrikplänen seine Strategie der Wandlung des Wolfsburger Autoriesen fort. Auch die Pläne zum Traton-Börsengang und dem Verkauf einst sakrosankter Randgeschäfte gehören dazu: Der Österreicher will VW zum Treiber bei der E-Mobilität machen und damit auch Dieselgate und immer noch drohende neue Anklagen vergessen machen. 

Für Arbeitnehmervertreter und die Politik ist das Bekenntnis zur Batteriezellenfabrik gut: Es vermittelt die Botschaft, dass es auch nach Wegfall zehntausender Jos im Motorenbau eine Zukunft in der norddeutschen Automobilindustrie gibt. Ein niedersächsisches E-Mobilitätscluster, bisher eher Traum als Realität, rückt in greifbare Nähe. Für das gebeutelte Salzgitter ist die Aussicht auf eine Batteriefabrik ein Lichtblick, für Emden ein Hoffnungsschimmer.


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