1700 Zugausfälle in der Region Probleme im Regionalverkehr dürfen sich nicht wiederholen

Meinung – Dirk Fisser | 06.12.2015, 18:31 Uhr

Nach massiven Problemen bei der Deutschen Bahn übernimmt ab dem 13. Dezember die Westfalenbahn zwei Strecken in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Aus den Problemen der DB – unter anderem 1700 Zugausfälle seit Jahresbeginn – müssen im Sinne des Steuerzahlers Konsequenzen gezogen werden.

Keine Frage: Die Leistung der Deutschen Bahn im Regionalverkehr gerade auf der Emslandstrecke war in den vergangenen Monaten indiskutabel. Schlimmer noch als die anhaltenden Verspätungen und Zugausfälle dürfte die desaströse Kommunikation am Bahnsteig auf Kunden gewirkt haben. Die Bahn forderte regelrecht dazu auf, zurück ins Auto zu steigen. Die Westfalenbahn tritt ein schweres Erbe an. Verloren gegangenes Vertrauen muss zurückgewonnen werden.

Das Land Niedersachsen ist derweil gefordert, Konsequenzen aus den Vorkommnissen zu ziehen. Gerne wird in der Landespolitik der Erfolg der Pseudo-Privatisierung des Schienennahverkehrs hervorgehoben. Aus Kundensicht mag das vielerorts stimmen. Die Züge sind heute meist modern und komfortabel. Vor einigen Jahren sah das noch anders aus. Doch aus Steuerzahlersicht – er ist nämlich derjenige, der den hochsubventionierten Schienenpersonennahverkehr überhaupt erst möglich macht –, dürfen sich die Vorfälle wie die auf der Emslandstrecke nicht wiederholen.

Das heißt: Es muss sichergestellt werden, dass Personal bei Betreiberwechseln nicht gezwungen ist, die Flucht zu ergreifen, wenn es denn nicht erhebliche Gehaltseinbußen hinnehmen will. Und: Es muss wirkungsvollere Druckmittel geben, um Vertragspartner zur Einhaltung eines Vertrages zu drängen. Auf der Emslandstrecke jedenfalls hat sich das Land an der Nase herumführen lassen. Auf Kosten des Steuerzahlers.