Mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft Missbrauch in Hildesheimer Wohngruppe? Ehepaar klagt auf Wiedereinstellung

Von dpa

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Hildesheim. Ein unter Misshandlungsverdacht stehendes Pädagogen-Ehepaar aus dem Raum Gifhorn klagt auf Wiedereinstellung, obwohl der Mann und die Frau in Untersuchungshaft sitzen.

Wie das NDR Fernseh-Regionalmagazin „Hallo Niedersachsen" berichtete, soll am Freitag (5. April) die erste arbeitsrechtliche Verhandlung beim Arbeitsgericht Braunschweig beginnen. Das Paar hatte seit etwa 25 Jahren eine Wohngruppe für hilfebedürftige Menschen betreut.

Zwischen 1998 und 2007 sollen vier junge Bewohnerinnen sexuell missbraucht und misshandelt worden sein. Als Haupttäter wird der Ehemann beschuldigt. Die Frau soll sich in einem Fall an der Misshandlung einer Schutzbefohlenen beteiligt haben.

Eine ehemalige Bewohnerin hatte im Januar Strafanzeige erstattet. Die Opfer waren überwiegend noch minderjährig, als die Übergriffe passiert sein sollen. Bei mehreren Hausdurchsuchungen wurden 90 Terabyte Datenträger sichergestellt. Die Wohngruppe wurde geschlossen.

Der Staatssekretär im niedersächsischen Sozialministerium, Heiger Scholz, hatte die Mitglieder des Landtags-Sozialausschusses vor zehn Tagen knapp über den Fall informiert. Es sei keine Pflegefamilie, sondern eine Jugendhilfe-Einrichtung gewesen, sagte er. In den Akten seien zunächst keine Hinweise gefunden worden, die auf Pädophilie hindeuten könnten. Hauptthema im Sozialausschuss war der Missbrauchsskandal von Lügde in Nordrhein-Westfalen - Hauptbeschuldigter ist darin ein Pflegevater, der auf einem Campingplatz lebte.


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