Geld aus Flüchtlingsetat ASB-Mitarbeiter aus Hannover soll Millionen veruntreut haben

Von dpa

Symbolfoto: dpa/Roland WeihrauchSymbolfoto: dpa/Roland Weihrauch

Hannover. Ein leitender Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes ist in Hannover verhaftet worden, es geht um mögliche Millionen-Unterschlagungen aus einem Flüchtlingsetat.

Ein leitender Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes ist in Hannover verhaftet worden, es geht um mögliche Millionen-Unterschlagungen aus einem Flüchtlingsetat. Gegen den Mann werde wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall ermittelt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Außerdem würden dem 46-Jährigen Bestechlichkeit und Bestechung vorgeworfen.

Fiktive Rechnungen erstellt?

"Es besteht der dringende Tatverdacht, dass der Mann fiktive Rechnungen gestellt hat", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. "In Absprache mit dem Betreiber eines Sicherheitsdiensts für Bewachungsleistungen in Flüchtlingsunterkünften wurden insgesamt mehr als drei Millionen Euro abgerechnet. Nach unseren Erkenntnissen wurden die abgerechneten Leistungen nie erbracht." Der ASB-Mitarbeiter bestreite die Vorwürfe und sitze in Untersuchungshaft, sagte Klinge. Gegen den zweiten Tatverdächtigen von dem Sicherheitsdienst werde ebenfalls ermittelt, doch sei er nicht in U-Haft genommen worden. Am Mittwoch waren bei Durchsuchungen im Raum Hannover zahlreiche Datenträger und Unterlagen sichergestellt worden, wie die "Bild"-Zeitung (Donnerstag) berichtete.

ASB schmeißt Mitarbeiter raus

Der ASB hat dem Mitarbeiter gekündigt, wie der Verband mitteilte. Solange die Ermittlungen laufen, werde man zu dem Verdacht keine Stellung beziehen. "Der ASB wird selbstverständlich vollumfänglich kooperieren und unterstützt die behördlichen Ermittlungen", sagte Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch. Unabhängig von den polizeilichen Ermittlungen werde man die ASB-internen Kontrollmechanismen auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls anpassen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN