Landtag ist sich einig Niedersachsen verlängert Meisterprämie über 2019 hinaus

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat eine Verlängerung der Meisterprämie zugesagt.  Foto: Peter Steffen/dpaWirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat eine Verlängerung der Meisterprämie zugesagt. Foto: Peter Steffen/dpa
Peter Steffen

Hannover. Eigentlich sollte der Bund in die Bresche springen. Doch weil es in Berlin mal wieder länger dauert, will das Land Niedersachsen die Meisterprämie über 2019 hinaus zahlen.

Niedersachsen will an der im vergangenen Mai eingeführten Meisterprämie für Handwerker festhalten. Das sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann am Mittwoch im Landtag in Hannover. Der im vergangenen Mai eingeführte Bonus von 4000 Euro für eine bestandene Meisterprüfung sei „eine echte Erfolgsgeschichte“, sagte der CDU-Politiker. Bis Mitte Februar seien 2300 Anträge bewilligt worden, ergänzte er. Bislang hatte das Land den Bonus nur 2019 gewähren wollen, danach sollte eine Bundesförderung greifen. 

Kritik an Handwerksreform

Doch die Reform des entsprechenden Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) komme voraussichtlich erst Anfang 2020, zudem zeichne sich in Berlin nur eine Teilförderung ab, sagte Althusmann. Die Prämie sei auch ein Signal für die Gleichwertigkeit akademischer und beruflichen Ausbildung. Kritik übte der Minister an der Reform der Handwerksordnung von 2003, durch den der Meistervorbehalt in zahlreichen Berufen wegfiel. Dies habe nicht zu der erhofften Gründung neuer Betriebe geführt, stattdessen seien die Zahlen gesunken.

Alle Fraktionen einig

Alle Landtagsparteien stellten sich hinter die Fortführung der Prämie: Ein entsprechender FDP-Antrag wurde am Mittwoch vom Parlament einstimmig verabschiedet. Dabei betonten Redner aller Parteien die Bedeutung der beruflichen Bildung. Der CDU-Abgeordnete und Kfz-Meister Karl-Heinz Bley aus Garrel kündigte an, dass sich die Regierung weiterhin für die Übernahme der  Fahrt- und Unterbringungskosten für Berufsschüler einsetze. Im Sinne der Gleichwertigkeit akademischer und beruflicher Ausbildung strebe man die bundesweite Übernahme von Lehrgangs- und Übungsgebühren an. 


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