Öffentlicher Dienst fordert mehr Geld Etwa 5000 Menschen beteiligen sich an Warnstreik in Bremen

Wie in Bremen wird auch in Berlin gestreikt. Lehrer und Erzieher demonstrieren bei der gemeinsamen Kundgebung der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes auf dem Alexanderplatz. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaWie in Bremen wird auch in Berlin gestreikt. Lehrer und Erzieher demonstrieren bei der gemeinsamen Kundgebung der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes auf dem Alexanderplatz. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Bernd von Jutrczenka

Osnabrück. Am Warnstreik des öffentlichen Dienstes in Bremen beteiligten sich am Mittwoch etwa 5000 Menschen, wie die Gewerkschaft Verdi auf Anfrage mitteilt. Sowohl Verdi als auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zeigen sich zufrieden.

Die Gewerkschaft Verdi ist mit der Beteiligung am Warnstreik des öffentlichen Dienstes in Bremen an diesem Mittwoch zufrieden, wie der Gewerkschaftssekretär des Bezirksverbandes Weser-Ems, Daniel Vollbrecht, auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. "Es ist ein tolles Zeichen." Rita Vogt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sagte: "Unsere Busse waren voll. Es war wunderbar."

Warum wird gestreikt?

Die Gewerkschaften fordern für die rund eine Million Tarifbeschäftigten der Länder außer Hessen unter anderem sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Der Abschluss solle zudem auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen werden. Auch für Auszubildende und Praktikanten soll es Verbesserungen geben.

"Wir haben einen Fachkräftemangel im Sozial- und Erziehungsdienst", erklärt Rita Vogt. Demnach erhalten etwa Sozialpädagogen im Landesdienst deutlich weniger Gehalt als solche, die bei Kommunen angestellt sind. "Da ist es doch klar, dass die wenigen Bewerber lieber zu Kommunen gehen als für Schulen zu arbeiten." Rita Vogt hofft nun, dass Bewegung in die Tarifverhandlungen kommt. "Bisher gibt es von Arbeitgeberseite kein Angebot."

In ganz Deutschland fanden deshalb heute zentrale Kundgebungen wie in Bremen statt. In Berlin streikten etwa Erzieher und Lehrer. Hauptredner auf dem Bremer Marktplatz war Verdi-Chef Frank Bsirske, neben ihm sprechen unter anderem die niedersächsische GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth und der niedersächsische GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff. 

Verdi-Chef Frank Bsirske ist bei der zentralen Kundgebung in Bremen am Mittwoch Hauptredner. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Auch an einigen Schulen in der Region kam es aufgrund des Streiks zu Ausfällen. Darüber hinaus ist auch die Straßenbauverwaltung in Niedersachsen laut Verdi betroffen – daher bleibt an diesem Tag beispielsweise die Jann-Berghaus-Brücke in Leer auf der Bundesstraße 436 hochgeklappt und ist nicht passierbar. 

Ein Blick auf die hochgeklappte Jann-Berghaus-Brücke über der Ems. Wegen eines Warnstreiks im öffentlichen Dienst müssen Reisende am Mittwoch erneut mit Behinderungen im Straßenverkehr rund um Leer rechnen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

"Bremen ist gerade verkehrstechnisch ein Chaos", berichtet Verdi-Gewerkschaftssekretär Daniel Vollbrecht weiter. Aus Gewerkschaftssicht sei der Warnstreik ein Erfolg: "Es zeigt, wie unzufrieden die Mitarbeiter mit der Haltung der Arbeitgeber sind. Es ist ein tolles Zeichen." Für ihn sei klar, dass die Arbeitgeber vor diesem Hintergrund nicht bei ihrer Haltung bleiben könnten. 

Wie geht es weiter?

Am Donnerstag starten die Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Potsdam in die dritte und womöglich entscheidende Verhandlungsrunde. Eine Einigung am Wochenende wird nicht ausgeschlossen. 


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