Diskussion um Rodewalder Wolf Tierschützer legen Beschwerde gegen Wolf-Abschussgenehmigung ein

Von dpa

Darf der Rodewalder Wolf abgeschossen werden oder nicht? Der Fall liegt nun vorm Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Foto: Lino Mirgeler/dpaDarf der Rodewalder Wolf abgeschossen werden oder nicht? Der Fall liegt nun vorm Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Lüneburg. Darf der Rodewalder Wolf abgeschossen werden oder nicht? Der Fall liegt nun vorm Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Wann sich die Richter dort mit dem Fall befassen, steht noch nicht fest.

Der Streit um den Abschuss des Rodewalder Wolfes geht in die nächste Runde: Der Freundeskreis freilebender Wölfe hat beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg eingelegt, sagte eine OVG-Sprecherin. Die Beschwerde sei am Dienstag eingegangen. Zuerst hatte die Zeitung „Die Harke" darüber berichtet. (Weiterlesen: Das Schicksal der beiden Problemwölfe im Norden)

Eine Begründung für die Beschwerde fehlt aber noch. Für diese müsse sich der Verein noch mit einem Anwalt absprechen, sagte Vereinsvorsitzender Ralf Hentschel der Deutschen Presse-Agentur. Vorher wolle er sich inhaltlich nicht zu den Gründen äußern. Das Verwaltungsgericht Oldenburg hatte in der vergangenen Woche den Abschuss des Leitrüden des Rodewalder Wolfsrudels im Kreis Nienburg genehmigt und einen Eilantrag des Vereins abgelehnt. (AZ.: 4 ME 48/19)  (Weiterlesen: Lies verteidigt geplanten Abschuss des Rodewalder Wolfs )

Die Beschwerde bedeutet allerdings nicht, dass die Abschussgenehmigung für den Wolf nun bis zu einer Entscheidung des OVG aufgeschoben werde. „Er kann im Grunde jetzt geschossen werden", sagte die Sprecherin. Wann sich der Senat des OVG mit dem Fall beschäftigt, stehe noch nicht fest. Es gebe aber eine „gewisse Eilbedürftigkeit", weil die Abschussgenehmigung am 28. Februar ausläuft.

Das Umweltministerium bestätigte lediglich, dass die Beschwerde beim OVG eingegangen sei. Auf die Frage, was das Ministerium nun tun werde, wollte sich eine Sprecherin nicht äußern. Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte vor über einer Woche angekündigt, bis zu einer Gerichtsentscheidung den Wolf verschonen zu wollen.

Die Oldenburger Verwaltungsrichter hatten am Freitag entschieden, dass Alternativen zur Tötung wie eine dauerhafte Vertreibung des Tieres oder Herdenschutzmaßnahmen nicht zu erkennen seien. Dem Leitrüden des Rudels im Landkreis Nienburg waren laut Ministerium genetisch mehr als 40 Risse von Nutztieren nachgewiesen worden. Darunter sind bis zu drei Ponys, ein Alpaka und bis zu zehn Rinder. 


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