Auf Abkürzung 342 Container verloren MSC Zoe: Containerbergung beginnt auf deutscher Seite

Die Ladung der MSC Zoe in Bremerhaven. Foto: HavariekommandoDie Ladung der MSC Zoe in Bremerhaven. Foto: Havariekommando

Hannover. Sieben Wochen nach der Havarie der MSC Zoe soll die Bergung der Container auf deutscher Seite beginnen. Viele Fragen sind noch immer offen.

Nach der Havarie des Containerschiffs „;MSC Zoe“ Anfang Januar in der Nordsee soll eine von der Reederei beauftragte Firma ab Donnerstag mit der Bergung von Containern und größeren Ladungsteilen in der deutschen Nordsee beginnen. Das sagte der stellvertretender Leiter des Havariekommandos, Dieter Schmidt, am Montag im Umweltausschuss des Landtags. 

Größter Teil der Ladung in niederländischer Nordsee

Den letzten Erhebungen zufolge hatte die „MSC Zoe“ am 1. und 2. Januar vor dem niederländischer Insel Schiermonnikoog und Borkum insgesamt 342 Container verloren, darunter auch zwei Gefahrgutcontainer mit Lithium-Batterien und Peroxid-Säcken. Der größte Teil der Ladung ist demnach in niederländischen Gewässern über Bord gegangen, nur etwa 45 Container und insgesamt 14 Prozent des Mülls sollen auf deutscher Seite liegen. Auch der Gefahrgutcontainer mit dem Peroxid wird in niederländischen Gewässern vermutet, da volle Peroxidsäcke auf Schiemonnikoog gefunden wurden – in Borkum wurden nur leere Säcke angespült.

Kommandochef: Schiffe sollten im tiefen Wasser bleiben

Schmidt zufolge dürfte die selbst im internationalen Maßstab hohe Zahl verlorener Container auf eine Verkettung unglücklicher Umstände zurückzuführen sein. Es wird für möglich gehalten, dass das 395 Meter lange Schiff während der Fahrt in schwerer See zweimal den Grund berührt hat – die Zoe fuhr zunächst eine erlaubte küstennahe Abkürzung und schwenkte erst nach dem Verlust der Container auf den Tiefwasserweg zurück, um Bremerhaven anzulaufen. Aus Sicht des Havariekommandos ist die zwar erlaubte Abkürzung riskant, da im Fall von Havarien nur wenig Zeit für eine Rettung bleiben. „Es wäre mit wohler, wenn die Schiffe im küstenfernen Bereich fahren würden“, sagte Schmidt. 

„Dynamische Wochen“ fürs Havariekommando

Gleichermaßen verwundert zeigten sich Havariekommando und Abgeordnete über die ständigen Korrekturen der über Bord gegangenen Container: So war die Zahl von mehr als 340 Containern erst kommuniziert worden, nachdem das Schiff den Notstopp in Bremerhaven bereits verlassen hatte und auf dem Weg nach Danzig war. In ersten Meldungen war das Havariekommando vom Kapitän erst über etwa 30 verlorene Container informiert worden. Die ständigen Korrekturen begründete Schmidt mit der verworrenen Lage. „Da war auf Deck wirklich Chaos, es gab zerfetzte Container“, sagte er. Inzwischen ist das Schiff aus Danzig zurück und wird in Bremerhaven repariert. 

Die Havarie der MSC Zoe fiel in Schmidt zufolge „sehr dynamische Wochen“ für das Havariekommando: Ebenfalls am 2. Januar trieb die MS Palmerton mit ausgebrachten Ankern auf der Tiefwasserreede, am 13. Januar trieb die Lapis ebenfalls mit ausgebrachtem Anker vor Wangerooge, am 21. Januar lief die Oriental Nadeshiko in der Elbe nahe Cuxhaven auf Grund,am 25. Januar stießen die Norvind und die Beate in der Ostsee vor Sassnitz zusammen. 


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