Gericht hat entschieden Rodewalder Wolf darf abgeschossen werden

Von dpa

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Oldenburg. Der Wolf spaltet die Gemüter. Wie soll mit dem Rodewalder Leitrüden umgegangen werden, den das Umweltministerium zum Abschuss freigegeben hat? Jetzt hat ein Gericht entschieden.

Der Leitrüde des Rodewalder Wolfsrudels kann wie vom Umweltministerium geplant abgeschossen werden. Das hat das Verwaltungsgericht Oldenburg entschieden und damit einen gegen den Abschuss gerichteten Eilantrag abgelehnt. Alternativen zur Tötung wie eine Vergrämung des Tieres oder Herdenschutzmaßnahmen seien nicht zu erkennen, teilte das Gericht am Freitag mit.

Mehr als 40 Nutztiere gerissen

Demnach hat der Landesbetrieb NLWKN überzeugend dargelegt, dass die strengen Voraussetzungen für eine rechtmäßige Abschussgenehmigung vorliegen. Dem Leitrüden des Rudels im Landkreis Nienburg waren nach Angaben des Ministeriums genetisch mehr als 40 Risse von Nutztieren nachgewiesen worden. Darunter sind bis zu drei Ponys, ein Alpaka und bis zu zehn Rinder. Der Freundeskreis freilebender Wölfe, eine anerkannte Naturschutzvereinigung, hatte die Tötung mit dem Eilantrag verhindern wollen. Das Gericht verwies jedoch unter anderem auf bisherige Schäden und die Prognose, dass zukünftig weitere Wolfsrisse zu erwarten seien. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.

Das Umweltministerium hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, den Wolf bis zu der Gerichtsentscheidung zunächst verschonen zu wollen. Erstmals war im April 2016 ein Wolf in Niedersachsen mit behördlicher Genehmigung abgeschossen worden, weil er einen Hund angegriffen und zu wenig Scheu vor Menschen gezeigt hatte.


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