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14.02.2019, 18:24 Uhr KOMMENTAR

Zecken im Emsland: Grund zur Vorsicht, nicht zur Panik

Ein Kommentar von Klaus Wieschemeyer


Ein großes Modell einer Zecke liegt im niedersächsischen Landesgesundheitsamt bei einer Pressekonferenz zu Zecken-Risikogebieten in Niedersachsen. Foto: Julian Stratenschulte/dpaEin großes Modell einer Zecke liegt im niedersächsischen Landesgesundheitsamt bei einer Pressekonferenz zu Zecken-Risikogebieten in Niedersachsen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Das Emsland ist Norddeutschlands erstes FSME-Risikogebiet. Das gemahnt zur Vorsicht, Panik ist aber nicht angebracht, meint unser Kommentator.

Seit Jahren breitet sich das FSME-Virus in Deutschland aus, und so war es auch nur eine Frage der Zeit, bis auch der erste norddeutsche Landkreis offiziell zur Risikozone erklärt wird. Ob es im Emsland tatsächlich mehr FSME-Erkrankungen gibt als in anderen Teilen Niedersachsens, ist zwar angesichts der hohen Dunkelziffern unerkannter Infektionen keinesfalls gesagt. Doch ist nun auch offiziell Vorsicht geboten. Denn auch wenn kaum eine Zecke FSME-belastet, das Infektionsrisiko gering und der Krankheitsverlauf in den meisten Fällen harmlos ist: Mit dem Virus ist nicht zu spaßen.

Es ist richtig, wenn Landkreis, Land und Experten der Bevölkerung die (freiwillige) Impfung empfehlen, zumal die Impfquote selbst in Risikogebieten als zu niedrig gilt. Es schadet zudem auch nicht, bei dem Gang durchs Unterholz eine lange Hose anzuziehen oder sich zu vergewissern, ob man vom Ausflug in den Wald keine ungebetenen Gäste mitgebracht hat. Grund zur Panik gibt es indessen nicht, wie ein Blick in die bekannten Hochrisikogebiete im Süden Deutschlands zeigt: Die Einheimischen und Urlauber im Bayerischen Wald oder am Bodensee genießen die Natur ungeachtet eines sehr viel höheren Infektionsrisikos als beispielsweise im Emsland in vollen Zügen. Wer vorsichtig ist, dem kann auch ein Zeckenstich wenig anhaben.


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