Emsland pocht auf Ausgleich vor Ort Lies fordert 50 Millionen Euro Umweltausgleich für Moorbrand

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Luftaufnahme vom Moorbrand in Meppen auf dem Gelände der WTD 91. Foto: WTDLuftaufnahme vom Moorbrand in Meppen auf dem Gelände der WTD 91. Foto: WTD

Hannover. Der Moorbrand bei Meppen im vergangenen Herbst hat enorme ökologische Schäden angerichtet, rechnet das Land vor. Umweltminister Lies fordert viel Geld von der Bundeswehr.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies schätzt die Umweltschäden durch den Moorbrand bei Meppen auf etwa 50 Millionen Euro. Das sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Hannover vor der Sitzung eines Runden Tisches zum weiteren Vorgehen. 

Millionen-Forderung für Belastung durch CO2

Konservativen Schätzungen zufolge habe das durch Bundeswehr-Schießübungen im trockenen Moor der "Tinner Dose" ausgelöste Feuer etwa 500 000 Tonnen CO2 freigesetzt, das sei fast doppelt so viel, wie Niedersachsen 2018 durch Klimaschutzmaßnahmen eingespart habe. Allein zum Ausgleich dafür brauche es Klimaschutzmaßnahmen in Höhe von 25 Millionen Euro. Auf weitere 25 Millionen Euro bezifferte der Minister die Umweltschäden vor Ort, Lies sprach von etwa 1200 Hektar zerstörtem Moor. Er gehe davon aus, dass die Bundeswehr "wie jedes Unternehmen" für die Folgen gerade stehen müsse. Im vergangenen September war bei Waffentests auf der Bundeswehr-Dienststelle WTD 91 ein Feuer ausgebrochen. Offenbar wegen Schäden an der technischen Ausrüstung und fehlender Anfrage nach externen Kräften verlor die Bundeswehr die Kontrolle über den Brand, erst nach Wochen konnte ein Großaufgebot von Feuerwehrkräften aus dem gesamten Land das Feuer unter Kontrolle bringen. 

Eine Aufgabe von Jahrzehnten

Emsland-Landrat Reinhard Winter pochte darauf, dass das Geld vor allem in die betroffene Region fließen solle. Er widersprach damit Lies, der sich auch Ausgleichsmaßnahmen in anderen Teilen Niedersachsens vorstellen kann. "Ich gehe davon aus, dass erst einmal bei uns kompensiert wird", stellte Winter die Erwartung des Landkreises klar. Die Renaturierung der zerstörten Moorflächen werde eine Aufgabe von "Jahren und Jahrzehnten", sagte der CDU-Politiker. 

Das Bundesverteidigungsministerium hatte diese Woche einen Abschlussbericht vorgelegt, der von einem Schaden von 7,9 Millionen Euro ausgeht. Das werde nicht reichen, unterstrich Winter in Hannover: Allein der Landkreis Emsland habe bereits Kosten von etwa einer Million Euro erfasst. Die Zahl dürfte noch steigen, unter anderem weil noch nicht alle Unternehmen den Ausfall von Mitarbeitern, die in den Einsatz mussten, beziffert hätten.  

Grüne fordern unabhängige Information

Der Staatssekretär von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Gerd Hoofe, versprach, dass die Bundeswehr ihren Verpflichtungen nachkommen werde. Man werde die Umsetzung der erforderlichen Schritte "mit Nachdruck verfolgen", erklärte Hoofe. Für den 6. April plant das Ministerium ein Dankesfest in der betroffenen Region, dabei wird auch von der Leyen erwartet.

Die Landtagsgrünen forderten eine unabhängige Bewertung der ökologischen Folgen des Feuers und beklagten eine lückenhafte Aufklärung durch die Bundeswehr. "Statt der scheibchenweisen Informationstaktik der Bundeswehr fordern wir einen umfassenden Bericht als Grundlage für Verbesserungen. Und solange keine lückenlose Aufklärung stattgefunden hat, darf auch nicht weiter im Gebiet geschossen werden", sagte Fraktionschefin Anja Piel.


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