Präsidentin will Jugendliche locken Niedersachsens neuer Landtag zieht mehr Besucher an

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Frauenförderung ist Gabriele Andrettas Herzenssache: Davon zeugt auch die Büste von Dorothea Schlözer in ihrem Büro. Foto: Klaus WieschemeyerFrauenförderung ist Gabriele Andrettas Herzenssache: Davon zeugt auch die Büste von Dorothea Schlözer in ihrem Büro. Foto: Klaus Wieschemeyer

Hannover. Die Türen führen ein Eigenleben, der Teppich ist zu hell, es gibt immer noch Baumängel. Trotzdem kommt der runderneuerte Landtag offenbar gut bei den Niedersachsen an.

Der im November 2017 nach grundlegender Sanierung neu eröffnete niedersächsische Landtag verzeichnet deutlich gestiegene Besucherzahlen. Das sagte Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) am Freitag in Hannover. Demnach zählte das offizielle Besuchermanagement des Parlaments am Leineufer in Hannover im vergangenen Jahr 816 Gruppen mit 26 000 Besuchern. 2013, im letzten Jahr vor der Schließung des alten Plenarsaals, waren es noch 438 Gruppen mit etwa 13 000 Besuchern. Nicht berücksichtigt sind Besuchergruppen von Abgeordneten oder Personen, die spontan oder zu Tagen der offenen Tür in das Plenum kamen. 

Landtag wirbt um Jugendliche

Das Jahr 2019 will die Göttinger SPD-Abgeordnete unter das Motto "Jugend und Demokratie" stellen. "Wir müssen miteinander ins Gespräch kommen", sagte die Landtagspräsidentin. Bereits am kommenden Montag sollen ausgewählte Jugendliche im Parlament darüber diskutieren, wie die Erinnerung an den Holocaust aufrecht erhalten werden kann, wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sind.

Andretta will mehr Frauen ins Parlament holen

Das vergangene Jahr stand unter dem Motto "Frauen". Auch dies bleibt ein Herzensthema für Niedersachsens erste Frau an der Spitze des Landesparlaments. Andretta forderte angesichts eines sinkenden Frauenanteils im Landtag ein Paritätsgesetz. Dass sich auch SPD-Landes- und Regierungschef Stephan Weil dafür stark macht, begrüßte sie. "Es freut mich sehr, dass jetzt auch der Ministerpräsident über eine Wahlrechtsänderung nachdenkt", sagte Andretta. In ihrem Parlamentsbüro setzt sie ein sichtbares Zeichen für das Thema: Wo unter Vorgänger Bernd Busemann noch eine Uhr stand, fällt nun eine Frauenbüste ins Auge. Sie zeigt Dorothea (von) Schlözer, die 1787 als erste Frau in Deutschland an der Uni Göttingen einen Doktortitel der Philosophie erwarb.

Ein Korn für den Landtag?

Ein weiteres Anliegen ist die Partnerschaft mit anderen Parlamenten, insbesondere mit dem der Schotten in Edinburgh. Das hat Andretta nicht nur wegen seiner Größe und dem konzilianten Umgangston tief beeindruckt, sondern auch wegen des Landtags-Whiskys. Das wäre auch eine Idee für Niedersachsen, sagte Andretta scherzhaft. Man habe schon über einen Landtags-Korn nachgedacht.


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