PD Osnabrück: 600 Fälle in 2018 Gefilmt beim Besuch von Erotikseiten? Polizei warnt vor E-Mails von Erpressern

Erpresser behaupten, Betroffene mit der Webcam beim Besuch von Erotikseiten gefilmt zu haben. Die Polizei warnt vor dieser Masche. Foto: dpa/Martin GertenErpresser behaupten, Betroffene mit der Webcam beim Besuch von Erotikseiten gefilmt zu haben. Die Polizei warnt vor dieser Masche. Foto: dpa/Martin Gerten

Osnabrück. Erotikseiten besucht, dabei von der eigenen Webcam gefilmt worden und dann die Erpressung: Vor einer solche Masche warnt die Polizeidirektion Osnabrück. Derartige Fälle nehmen ihr zufolge erheblich zu.

Immer mehr solcher Erpresser-E-Mails würden derzeit kursieren, teilte Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, mit. In diesen Mail behaupten die Absender, Computer und E-Mail-Account des Betroffenen gehackt und sie beim Besuch von Erotikseiten mit der Webcam gefilmt zu haben. 

Dann drohen sie, die angeblich existierenden Aufnahmen zu veröffentlichen, sofern nicht ein Betrag in Form der Krypto-Währung Bitcoin gezahlt wird. Um glaubwürdiger zu wirken, nutzen die Täter die Mail-Adresse des Betroffenen. Das erweckt den Anschein, dass sie Zugriff auf den Mail-Account des Betroffenen haben.

Massiver Anstieg

Derartige Erpressungsversuche gibt es bundesweit. Auch im gesamten Bereich der Polizeidirektion, vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln, brachten Betroffene solche Fälle zur Anzeige. 2017 waren es rund 220 gewesen. Im vergangenen Jahr verdreifachte sich die Zahl nahezu auf mehr als 600 – die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein, vermutet die Polizei. Auch die ersten Wochen des neuen Jahres versuchen Erpresser ihr Glück.

Ellermann warnt: „Reagieren Sie nicht auf solche E-Mails und öffnen Sie auf keinen Fall angehängte Dateien." Die Polizei weist weiter darauf hin, nicht auf die Forderungen der Täter einzugehen. Die Inhalte sind frei erfunden. Werden Passwörter in den Mails genannt, sollten diese beim entsprechenden Dienst geändert werden. Die Vorfälle sollten bei der örtlichen Polizei angezeigt werden. 


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