Auch im kommenden Jahr Schwierigkeiten? Landwirte in Niedersachsen blicken auf problembeladenes Jahr 2019

Ein Mähdrescher fährt über ein Getreidefeld während eines Ernteeinsatzes. Foto: Julian Stratenschulte/dpaEin Mähdrescher fährt über ein Getreidefeld während eines Ernteeinsatzes. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. 2018 wird vielen Landwirten in Niedersachsen wegen der teils existenzbedrohenden Dürre noch lange in Erinnerung bleiben. Der Landesbauernverband rechnet damit, dass auch das Jahr 2019 schwierig für die Branche wird.

Wirtschaftlich und politisch schauen viele Landwirte in ein ungewisses Jahr 2019. Die Folgen der großen Dürre des vergangenen Jahres sind nach Auffassung des niedersächsischen Landvolk-Präsidenten Albert Schulte to Brinke für viele Betriebe überhaupt noch nicht absehbar. Da dürfte bei vielen Landwirten erst zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres Ende Juni größere Klarheit herrschen, sagte der Bad Iburger Milchbauer. Auch der Boden habe sich noch nicht wieder vollständig erholt. „Da muss man den weiteren Witterungsverlauf anschauen.“

Albert Schulte to Brinke, Präsident Landvolk Niedersachsen, spricht während der Mitgliederversammlung vom Landvolk Niedersachsen vor den Mitgliedern. Foto: Holger Hollemann/dpa

Politisch werde das neue Jahr für seine Branche wieder viele schwierige Debatten bringen, sagte Schulte to Brinke. Im Schweinebereich dächten viele Ferkelerzeuger ans Aufgeben, nicht zuletzt wegen des Streits um die Ferkelkastration. Verfahren, die in den Nachbarländern Dänemark und den Niederlanden erlaubt seien, bekämen hier keine Zustimmung. „Es erschließt sich uns nicht, weshalb man das für unsere Ferkel nicht auch nehmen kann“, sagte der Landvolk-Präsident.

Er erwarte auch eine Debatte um eine weitere Verschärfung der im vergangenen Jahr erlassenen Düngeverordnung. Das halte er für falsch. Man müsse sich die Zeit nehmen, Gesetze wirken zu lassen. Auch bei der Debatte um die Zukunft der gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik GAP sehe er schwierige Diskussionen. Die von vielen Kritikern bemängelten flächengebundenen Direktzahlungen seien ein wichtiger Einkommensbestandteil und würden gezahlt für Wettbewerbsnachteile zu Drittländern wegen höherer Auflagen in Europa. „Die bekommen wir nicht für lau.“

Zu dem geplanten staatlichen Tierwohllabel sagte Schulte to Brinke, er hoffe, dass dieses die Akzeptanz für die Tierhaltung in Deutschland steigern werde. „Für uns ist wichtig, wenn jemand Schnitzel kauft, dass er sofort erkennen kann, wo hat das Schwein gelebt.“

Wirtschaftlich sei die Situation für Ackerbauern und auch für Milchbauern schwierig. Bei den Milchbauern seien die wirtschaftlichen Schäden der vergangenen Jahre noch immer spürbar. „Wir hatten nicht so viele gute Jahre, dass man das so einfach kompensieren könnte.“ Von der Dürre seien nicht zuletzt die Milchviehhalter betroffen gewesen. Es sei durchaus denkbar, dass als Folge die Milchmengen im Frühjahr 2019 unter denen des Vorjahres liegen, was wiederum für die Erzeugerpreise positiv wäre.

Nächsten Freitag startet in Berlin die Internationale Grüne Woche. Sie ist nicht nur eine Leistungsschau der Landwirtschaft, sondern dient auch als agrarpolitische Bühne, mit dem Besuch von rund 200 internationalen und nationalen Ministern und Ministerpräsidenten, Staatssekretären und Botschaftern.


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