Sturmböen und Sturmfluten Sturmschäden auf Nordsee-Inseln sollen zum Saisonstart repariert sein

Von dpa

Am Haupt-Badestrand auf Wangerooge hat die Sturmflut große Teile des Sandstrands ins Meer gespült. Urlauber hoffen auf eine Reparatur der Sturmschäden an den Stränden der Nordseeinseln bis zum Saisonstart im Frühjahr. Foto: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpaAm Haupt-Badestrand auf Wangerooge hat die Sturmflut große Teile des Sandstrands ins Meer gespült. Urlauber hoffen auf eine Reparatur der Sturmschäden an den Stränden der Nordseeinseln bis zum Saisonstart im Frühjahr. Foto: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Wangerooge/Norden. Mit Sturmböen und Sturmfluten treibt derzeit Müll an die Inseln, aber es geht auch viel Sand verloren. Vor dem Start der nächsten Urlaubssaison muss an den Stränden noch viel passieren.

Tief "Benjamin" ist gerade abgezogen, da stehen schon die nächsten stürmischen Tage in Norddeutschland an. Für die niedersächsische Küste sind das gerade keine guten Zeiten, denn mit heftigen Winden aus West/Nordwest treibt derzeit viel Müll aus Container-Ladungsresten des havarierten Frachters "MSC Zoe" an. Zudem wird tonnenweise Sand von den Stränden weggespült, an denen sich bald wieder Touristen tummeln sollen. Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr (parteilos) hofft darauf, dass ein großer Teil der Schäden mit Sandaufspülungen bis zu den Osterferien repariert werden kann.

Standabschnitte werden weggespült

Vergangene Woche sei ein breiter Sandstreifen auf einem 900 Meter langen Strandabschnitt verloren gegangen, sagte Fangohr. Zusammen mit Schäden durch kleinere Stürme im Vorjahr schätzte er die Kosten für Reparaturen auf rund 300 000 Euro. Zur Aufschüttung des Strandes müssten nach dem Ende der Sturmperiode tonnenweise Sandladungen aus dem Inselosten heranfahren werden. Das werde bis zum nächsten Saisonstart nicht komplett zu schaffen sein, glaubt der Bürgermeister. Für die kleine Inselgemeinde seien die Kosten kaum zu schultern, der Zuschuss des Landkreises Friesland von 100.000 Euro reiche nicht aus. 

Sturmtief Benjamin an der deutschen Nordseeküste. Foto: Imago/JanisMEYER/Priller&MAUG

Deutliche Spuren hatten Sturmfluten in den vergangenen Jahren auch auf der Nachbarinsel Spiekeroog hinterlassen. Im Jahr 2000 drohte dort der Verlust des Zeltplatzes, und im Winter 2016/17 gab es dort Dünenabbrüche und Strandverluste auf einer Länge von 400 Metern direkt vor dem Zeltplatz. Um den drohenden Durchbruch der Schutzdüne zu verhindern, musste sie massiv verstärkt werden, hinzu kam die Aufspülung des Strandes. "Das hat sich ausgezahlt, den jüngsten Sturm hat die neue Anlage bis auf kleine Verluste gut überstanden", sagte Spiekeroogs Bürgermeister Matthias Piszczan (parteilos).

Küstenschutzmaßnahmen auf den ostfriesischen Inseln verschlingen jährlich mehrere Millionen Euro. Allein auf Wangerooge und Spiekeroog wurden 2017 nach Angaben des Landesbetriebs NLWKN rund drei Millionen Euro investiert. Dieses Geld stammt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes und der Länder zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes. Für die Reparatur von bestimmten Strandbereichen müssen die Inseln aber selbst aufkommen.


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