Bau nach Youtube-Anleitung 18-Jähriger durch selbstgebauten Böller fast verbrannt

Von dpa

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Beim Bau eines Böllers anhand einer Youtube-Anleitung ist ein 18-Jähriger schwer verletzt worden.Beim Bau eines Böllers anhand einer Youtube-Anleitung ist ein 18-Jähriger schwer verletzt worden.

Ottersberg. Ein selbstgebauter Böller ist einem 18-Jährigen bei Bremen zum Verhängnis geworden. Der Knaller explodierte - der junge Mann erlitt schwere Verletzungen. Er und zwei Freunde hatten den Böller nach einer Youtube-Anleitung gebaut.

Schon vor dem Silvesterabend hat es erste schlimme Unfälle mit Feuerwerk gegeben. Einem Internet-Film zum Böllerbau sind drei Freunde in Niedersachsen gefolgt und haben dabei einen folgenschweren Unfall ausgelöst. Ein 18-Jähriger erlitt schwere Verbrennungen und lag auch am Samstag noch mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher in Verden sagte. 60 Prozent seiner Haut sind verbrannt. 

Schwere Verbrennungen

Die drei Freunde hätten am Donnerstagabend versucht, anhand einer YouTube-Anleitung einen Böller zu bauen. Die Bastler nutzten dabei nach Polizeiangaben Utensilien wie ein Küchensieb oder eine Waage. Der selbstgebaute Böller zündete aber nicht wie geplant. Ein Gleichaltriger wurde leicht verletzt, der dritte Freund nicht. Die Feuerwehr löschte die Flammen in der Scheune, in der die drei mit den explosiven Substanzen hantiert hatten.

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Abgerissene Finger und Brandwunden

Auch in anderen Teilen Deutschlands kam es schon vor Silvester zu schweren Unfällen mit Pyrotechnik. Einem 14-Jährigen in Hamburg wurden bei der Explosion eines Böllers drei Finger abgerissen. In Bayern verlor ein Mann beim Basteln mit Böllern ebenfalls drei Finger. 

Alljährlich sind die Notaufnahmen zu Silvester voll. Ärzte behandeln dabei nicht nur Hobby-Pyrotechniker nach Unfällen, sondern auch viele Zufallsopfer. Raketen werden aus der Hand abgefeuert, Böller aus dem Fenster geworfen, importierte sprengstarke Pyrotechnik aus dem Ausland verwendet, Blindgänger noch mal gezündet. "Der männlichen Experimentierfreude sind da keine Grenzen gesetzt", sagte Angela Kijewski, Sprecherin des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB).

Sehr oft sind Kinder die Opfer. Ihr Anteil unter den Silvester-Verletzten mit Augen- und Ohrenschäden habe in den vergangenen Jahren zugenommen, sagte der leitende Oberarzt der Notaufnahme am Virchow-Klinikum der Berliner Charité, Tobias Lindner. Grund seien etwa Knaller-Würfe, die zu Explosionen nahe dem Gesicht oder dem Ohr führen.


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