Kultusministerium denkt über weitere Reform nach Niedersachsen: Erzieher künftig schneller in die Kita?

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Blick in eine Kita. Foto: Christian Charisius/dpaBlick in eine Kita. Foto: Christian Charisius/dpa

Osnabrück. In Niedersachsens Kitas mangelt es an Personal. Die Landesregierung überlegt, wie sie Engpässe beheben kann. Gewerkschaft Verdi und Grüne sorgen sich um die Qualität der Erzieher-Ausbildung.

Mehrere Tausend Erzieher fehlen nach Berechnungen der Kommunen allein in Niedersachsen. Die Personaldecken in den Kitas sind dünn. Das merken Eltern besonders jetzt in der Grippe-Zeit. Fallen Erzieher krankheitsbedingt aus, muss das Kind oftmals früher nach Hause. Auch die Landesregierung hat das Problem erkannt. Der zuständige Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte bereits eine Reform der Ausbildung zum Erzieher vorangebracht und will hier offenbar weiter nachbessern.

Laut einer unserer Redaktion vorliegenden Antwort des Kultusministeriums auf Anfrage der Grünen wird über ein Modellprojekt „Fachkraft für die Kita“ nachgedacht. Dadurch könnte möglicherweise die bislang vierjährige Ausbildung in Niedersachsen, an deren Ende Absolventen in vielen sozialen Berufen arbeiten können, abgekürzt werden. So eine Verkürzung hatte zuletzt beispielsweise der niedersächsische Städte- und Gemeindebund gefordert. Präsident Marco Trips sagte laut „NDR“: „Bei aller Liebe zur Qualität muss man gucken, dass man die Ausbildung attraktiv hält." 

Auch die Voraussetzungen für Gruppenleiter in Kitas könnten nach den Überlegungen des Ministeriums gesenkt werden: Bei einer entsprechenden Weiterqualifizierung könnte diese Aufgabe auch an sozialpädagogische Assistenten übertragen werden. Deren Ausbildungszeit beträgt zwei Jahre und ist bislang der erste Schritt auf dem Weg zum Erzieher.

Grüne und Verdi sind alarmiert. Sie warnen vor einer „Erzieher-Light-Ausbildung“ in Niedersachsen. Dadurch werde sich der Fachkräftemangel nicht lösen lassen, sagt die bildungspolitische Sprecherin Julia Willie Hamburg. Verdi-Landesleiter Detlef Ahting warnt: „Wenn das Thema Qualität in der Ausbildung geopfert wird, dann wird auch die gute Förderung der Kinder leiden.“


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