Verlust von bis zu 40 Millionen Euro Personalabbau: Nordzucker muss wegen Zuckerpreisverfalls Kosten senken

Von dpa

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Der Zuckerpreis fällt dramatisch, Nordzucker hat damit ein großes Problem. Millionenverluste stehen an, das Unternehmen soll neu ausgerichtet werden. Auch Arbeitsplätze werden dabei auf der Strecke bleiben, zwei der 18 Standorte in Europa dürfte es besonders treffen. Foto: Julian Stratenschulte/dpaDer Zuckerpreis fällt dramatisch, Nordzucker hat damit ein großes Problem. Millionenverluste stehen an, das Unternehmen soll neu ausgerichtet werden. Auch Arbeitsplätze werden dabei auf der Strecke bleiben, zwei der 18 Standorte in Europa dürfte es besonders treffen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Braunschweig/Uelzen. Der Zuckerpreis fällt dramatisch, Nordzucker hat damit ein großes Problem. Millionenverluste stehen an, das Unternehmen soll neu ausgerichtet werden. Auch Arbeitsplätze werden dabei auf der Strecke bleiben, zwei der 18 Standorte in Europa dürfte es besonders treffen.

Europas zweitgrößter Zuckerhersteller Nordzucker plant einen Personalabbau und eine umfassende Neuausrichtung. Wegen des Preisverfalls werde das Jahr mit einem Verlust von voraussichtlich bis zu 40 Millionen Euro enden, bestätigte ein Firmensprecher. Zuvor hatte die Uelzener „Allgemeine Zeitung“ am Dienstag darüber berichtet.

Sach- und Personalkosten sollten jeweils um 20 Millionen Euro gesenkt werden, bestätigte der Firmensprecher in Braunschweig, dem Hauptsitz. Im Folgejahr 2019/20 müsse sonst mit einem noch höheren Minus gerechnet werden. Vor allem die Verwaltungsstandorte Braunschweig und Kopenhagen seien betroffen. Wie viele Stellen bedroht sind, sei noch offen. Nach Firmenangaben hat Nordzucker in Europa rund 3200 Mitarbeiter an 18 Standorten.

Das Unternehmen hatte schon im Oktober Verluste angekündigt. Der europäische Markt habe seit der Liberalisierung des Zuckermarktes durch die EU mit Überproduktion zu kämpfen, hieß es zur Begründung. Indien und Thailand hätten die Produktion ausgeweitet, zudem werde die indische Zuckerproduktion im Inland stark subventioniert.

„Die Zuckerindustrie in Europa steht vor enormen Herausforderungen: Nach der Zuckermarktreform sind die Zuckerpreise drastisch gesunken“, hieß es am Dienstag. Nordzucker rechne künftig im Schnitt mit deutlich geringeren Ergebnissen als zuvor. Das Unternehmen solle deshalb neu ausgerichtet werden. „Nordzucker fokussiert sich voll und ganz auf Zucker - im Kernmarkt Europa und global“, teilte der Sprecher mit. „Ziel ist es, das Unternehmen in Niedrigpreisphasen zu stabilisieren und die Profitabilität langfristig sicherzustellen.“ Die Wettbewerbsbedingungen seien ungleich. „Auch Verbote von Pflanzenschutzmitteln in Europa führen zu höheren Kosten beim Rübenanbau“, sagte er.

„Im Kerngeschäft Zucker aus Rübe in Europa werden wir die Prozesse, die Organisation und die Kostenstruktur an die veränderten Marktverhältnisse anpassen“, sagte dazu der Vorstandsvorsitzende Lars Gorissen. Nordzucker werde dabei in die Rohrzuckerproduktion außerhalb Europas einsteigen, hieß es weiter. Außer in Australien schaue man sich dabei auch in anderen Regionen um. „Wachstum im Zucker findet nur außerhalb Europas statt und ein solches Engagement kann einen positiven Ergebnisbeitrag liefern“, sagte Gorissen.

„Wir werden über mehrere Jahre keine Gewinne generieren und haben einige Hausaufgaben anzugehen“, hatte Finanzvorstand Alexander Bott laut „Allgemeiner Zeitung“ auf einer Mitgliederversammlung des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord in Uelzen gesagt.


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