Tiere lassen sich nicht einfangen Niedersachsens Wölfe zu schlau für Fallen der Forscher

Meine Nachrichten

Um das Thema Niedersachsen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Wölfe bekommen viele Forscher nur mit Fernrohr zu Gesicht. Dabei müssten sie an die Tiere heran, um ihnen Sender anzulegen. Foto: dpaWölfe bekommen viele Forscher nur mit Fernrohr zu Gesicht. Dabei müssten sie an die Tiere heran, um ihnen Sender anzulegen. Foto: dpa

Hannover. Jedes der 20 Wolfsrudel in Niedersachsen soll GPS-Sender tragen. Doch das ist in der Praxis gar nicht so einfach.

Die von Umweltminister Olaf Lies (SPD) geplante Besenderung der niedersächsischen Wölfe macht Probleme. Aktuell trägt keines der geschätzt mehr als 200 Tiere im Land ein Halsband mit GPS-Sender. Grund: Die Wölfe lassen sich bislang nicht einfangen.

Eine auf dem Bundeswehrgelände bei Munster aufgestellte Kastenfalle blieb bisher leer. Zwar haben sich Wölfe angenähert, in die Falle getappt ist bisher kein Tier. „Bei der Kastenfalle ist es so, da steht ein Kasten im Wald, da soll der Wolf rein, der aber ist schlau und geht da nicht rein“, beschrieb eine Sprecherin des Umweltministeriums das Problem.

Fallen noch nicht genehmigt

Die Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) würden deshalb gerne Alternativen testen: Schlingen oder so genannte Soft Catch-Fallen, das sind Tellereisen, bei denen die scharfen Metallzähne an den Bügeln durch Polster ersetzt werden. Die Idee: Wenn ein Tier mit der Pfote auf die Falle tritt, soll der Lauf zwar eingeklemmt, aber nicht verletzt werden. Doch die behördliche Genehmigung der Fallen zieht sich seit Monaten hin, das Ende ist offen.

Nach Bissattacke soll es schneller gehen

Die nun von Lies angekündigte Besenderung des Gnarrenburger Rudels im Landkreis Rotenburg, welches trotz fehlender DNA-Spuren weiter einer möglichen Attacke auf einen Menschen verdächtigt wird, soll schneller vonstattengehen. Da es um keine wissenschaftliche Untersuchung, sondern um Wolfsmanagement gehe, gebe es weniger Probleme mit Genehmigungen: Eine externer Anbieter, der die Tiere besendern soll, sei bereits kontaktiert worden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN