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04.12.2018, 18:41 Uhr KOMMENTAR ZUM MUTMAßLICHEN WOLFSBISS

Schluss mit den Endlos-Debatten zum Wolf!

Von Dirk Fisser


Ein Wolf. Foto: Carsten Rehder/dpaEin Wolf. Foto: Carsten Rehder/dpa

Osnabrück. Für die mutmaßliche Wolfsattacke bei Steinfeld gibt es keinen DNA-Beweis. Das verkündete das niedersächsische Umweltministerium am Dienstag. Dazu ein Kommentar.

Für die Menschen im Landkreis Rotenburg ist das  Ergebnis der Untersuchungen das denkbar schlechteste. Sie müssen weiter mit der Ungewissheit leben, ob da ein Wolf durch ihre Nachbarschaft streift, der keine natürliche Scheu kennt. Die Zweifel der Anwohner an den gut gemeinten Ratschlägen zum Umgang mit dem Raubtier sind nachvollziehbar. Klatschen und laut rufen soll angeblich helfen. Aber wer will das schon ausprobieren?

Nutznießer der Ungewissheit sind indes diejenigen, die mit dem Wolf Stimmung machen. Auf der einen Seite seine Gegner, die nun weiter an ihren Verschwörungstheorien stricken können. Ein Beispiel: Vermeintliche Ökospinner forcieren die Rückansiedlung des Raubtieres, um die Ausrottung der Nutztierhaltung voranzutreiben. Und auf der anderen Seite sehen sich die Wolfsfreunde vorschnell darin bestätigt, dass das Raubtier eigentlich doch ganz harmlos ist.

Die Politik sollte sich nun nicht auf solche Extrempositionen konzentrieren. Weder die erneute Ausrottung des Wolfes noch seine unkontrollierte weitere Verbreitung sind eine Option. Es muss geklärt werden, wo Platz für wie viele der Raubtiere ist. Schluss also mit endlosen Debatten, Streits und Ankündigungen. Davon gab es genug in der Vergangenheit. Höchste Zeit für einen partei- und landesübergreifenden Wolfsgipfel!


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