Multiresistente Keime im Wasser Grüne drohen Umweltminister Lies mit Klage

Viele Antibiotika sind gegen multiresistente Keime machtlos. Foto: dpaViele Antibiotika sind gegen multiresistente Keime machtlos. Foto: dpa

Hannover. Die Grünen werfen dem Land vor, Daten über multiresistente Keime in Niedersachsens Gewässern zurückzuhalten. Nun drohen sie Umweltminister Lies mit Klage.

Die Grünen drohen Umweltminister Olaf Lies (SPD) mit einer Klage vor dem niedersächsischen Staatsgerichtshof in Bückeburg. Anlass ist der Umgang des Ministeriums mit Daten eines Messprogramms für multiresistente Keime in Gewässern vom vergangenen Sommer. Bereits vor knapp zwei Wochen hatte die Partei beklagt, dass sich Lies mit der Messung brüste, die Ergebnisse aber unter Verschluss halte. Da die Oppositionspartei von Seiten des Ministeriums immer noch keine Daten erhalten hat, erhöht die Fraktion nun den Druck: Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Imke Byl, begründet die Drohung mit dem Gericht mit Untätigkeit des Lies-Ressorts. „Die Messergebnisse liegen seit Monaten vor. Es gibt keinen Grund, sie geheim zu halten“. sagte Byl unserer Redaktion. „Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, ob ihre Region betroffen ist. Die Landesregierung hat Transparenz versprochen, doch stattdessen wird gemauert und beschwichtigt“, beklagt sie. 

Ministerium: Wissenschaftlichen Bericht abwarten

Das Ministerium begründet die Zurückhaltung hingegen damit, dass die Zwischenergebnisse „noch nicht belastbar und verwertbar“ seien. Abschließende Aussagen könnten erst mit Vorlage eines wissenschaftlichen Berichts mit Erläuterungen Ende des Jahres gemacht werden. Soll heißen: Die einzelnen Messergebnisse seien nur dann aussagefähig, wenn sie im Gesamtzusammenhang erklärt werden. Für die Grünen ist das eine Ausrede, zumal andere Untersuchungen von einer hohen Belastung der niedersächsischen Gewässer mit antibiotikaresistenten Keimen ausgehen. Anfang des Jahres hatte eine Studie im Auftrag des NDR Keime nachgewiesen, nun hat eine Analyse von Greenpeace an sieben von 20 Messstellen eine Belastung festgestellt. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN